Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Im Gegentheil; Du würdeſt mich ganz beſonders verbinden,

wenn Du die Sache ruhen ließeſt und Herrn von Zeiſel dahin in⸗ ſtruirteſt. Auch die beiden Thurmzimmer mußt Du wieder nehmen. Und nun adien, und reite mir nicht ſo wild! Wir werden heute Abend Niemand zum Thee haben, Du wirſt mit mir vorlieb nehmen müſſen.

Vorlieb nehmen? ſagte Hedwig. Das klingt wie ein Vor⸗ wurf für mich.

Es ſollte keiner ſein, erwiederte der Fürſt.

Denn Du weißt ſelbſt am beſten, wie gerade die Abend⸗ ſtunde Deine beſte Stunde iſt, wie gut es ſich da mit Dir plandert.

Wirklich? ſagte der Fürſt.

Er hielt die Hand der jungen Dame in der ſeinigen, ſeine Augen ruhten mit leidenſchaftlichem Ausdruck auf dem ſchönen Ge⸗ ſicht. Wieder zuckte es um ſeine Lippen, aber er fand das Wort nicht und ließ mit einem leiſen Seufzer ihre Hand aus der ſeinen gleiten.

Ich will Dich nicht länger aufhalten, ſagte er.

Die Dame hatte bereits die Thür zum Salon erreicht, als der Fürſt ihr nachrief:.

Doch noch Eines, Hedwig! Hat denn der Doctor Dir in letzter Zeit eine Andeutung gemacht, daß er um ſeine Entlaſ⸗ ſung einzukommen beabſichtigt?

Hat er das gethan? ſagte die Dame.

Es ſchien, daß ſie mit der Schleppe ihres Kleides in der Thür hängen geblieben war; ſie bückte ſich ſehr ſchnell und ihre Wangen waren, als ſie ſich langſam wieder aufrichtete, geröthet.

Um ſeine Entlaſſung, ſagte der Fürſt, der ein paar Schritte nach der Dame gemacht hatte, ihr die Schleppe loszulöſen. Er hat vorhin, als ich nach der Tafel einen Augenblick mit ihm allein war, darum angehalten, nicht in aller Form, aber doch in einer nicht mißzuverſtehenden Weiſe.

Du haſt ſie ihm gegeben? ſagte die Dame.

Ich werde mich wohl hüten, erwiederte der Fürſt, einer rei⸗ nen Caprice denn mehr iſt es doch ſchließlich nicht Vor⸗ ſchub zu leiſten. Wirken in's Allgemeine das ſagen die Leute ſtets und reden ſich's auch ein, wenn ſie irgendwo ganz im Spe⸗