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Dritter Band. 173
„Berger!“ ſagte Oldenburg, ihm die Hand auf den Arm legend.
Berger zuckte zuſammen, wie Jemand, der jäh aus einem tiefen Traume geweckt wird. Er blickte verſtört umher.
„Was giebt's?“ fragte er, Oldenburg anſtarrend.
„Sie ſind durch die übermäßigen Anſtrengungen erſchöpft, Ber⸗ ger, legen Sie ſich eine Stunde hin. Ich will Sie rufen laſſen, wenn es Noth thut.“
„Erſchöpft,“ ſagte Berger, indem er wieder in einen träumeri⸗ ſchen Zuſtand zurückfiel;„ja wohl erſchöpft, bis zum Tode erſchöpft; aber deshalb genügt auch eine Stunde nicht. Wenn ich ſchlafen ſoll, ſo ſei es wenigſtens den ewigen Schlaf!“
In dieſem Augenblick trat Schmenckel, der die Wache auf der Barricade gehabt hatte, an die Gruppe heran und ſagte:
„Es iſt halt etwas Beſonderes im Werk; ich glaube es geht jetzt mit Kanonen los.“
Berger fuhr in die Höhe.
„Sagte ich es nicht?“ rief er,„jetzt naht die Stunde der Ent⸗ ſcheidung. Auf, auf, ihr wackern Männer, alleſammt! Noch einen luſtigen Tanz mit den ſchlangenhaarigen Furien des Lebens und dann zur ewigen Ruh' in die kühle Todesnacht. Auf! auf!“
Bei dieſem Ruf ſprangen Einige der Kämpfer empor von ihren Lagerſtellen am Feuer, griffen zu den Waffen und eilten Berger nach an ihre Poſten. Andere blieben liegen und lachten über den blinden Lärm. Aber auch ſie waren raſch genug auf den Beinen, als jetzt ein Schlag, der die Häuſer in ihren Grundveſten erbeben machte, losſchmetterte und Kartätſchenkugeln in die Barricade und gegen die Häuſerwände praſſelten.
„Jetzt wird es ernſt,“ ſagte Oldenburg, ſich zu Oswald wendend. Aber der Platz, wo Oswald geſtanden hatte, war leer.
„Er weicht mir aus,“ ſprach Oldenburg traurig;„und doch, mein Gewiſſen iſt rein; ich habe mir nichts gegen ihn vorzuwerfen.“
Er eilte nach der Barricade, wo jetzt die Anweſenheit des Haupt⸗ manns nöthiger war als je.
Zu der einen Kanone, die den Reigen eröffnete, hatten ſich jetzt och drei andere geſellt, und beinahe ununterbrochen krachte der Don⸗


