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166 Durch Nacht zum Licht.
Als die Ehrenmänner durch die eiſerne Thür auf den Hof des Nachbarhauſes, von dieſem in das Haus und ſo ſchließlich oberhalb der Barricade auf die Schweſternſtraße, die an dieſem Theil ſchon von Militair beſetzt war, gelangt waren, blieben ſie ſtehen und blickten ſich an. Ein und derſelbe Gedanke ſchoß Beiden durch den Kopf.
„Das wäre eine famoſe Mauſefalle,“ ſagte Timm.
„Wenn Ihr dabei helfen wollt,“ erwiderte der Geheime,„ſo habt Ihr bei dem Präſidenten gewonnen Spiel. Wir brauchen ſolche Leute wie Ihr. Ich habe ſchon auf alle Fälle über Euch mit dem Alten geſprochen.“
„Und Rache an den verdammten Schuften hätten wir obenein.“
„Die Sache iſt freilich nicht ohne Gefahr,“ meinte der Geheime.
„Wer nicht wagt, nicht gewinnt,“ ſagte Timm;„der Gedanke, meine Freunde auf eine ſo angehme Weiſe zu überraſchen, iſt zu ſpaßhaft. Wenn Ihr nicht von der Partie ſein wollt, thu' ich es allein.“
„Nun denn, kommt,“ ſagte der Geheime;„wollen ſehen, ob die Herren vom Militair darauf eingehen.“
Und die Beiden ſchritten geradewegs auf den Oberſt von Schna⸗ belsdorf zu, der wüthend über den hartnäckigen Widerſtand der Barricaden in der Langen⸗ und Schweſternſtraße, die er zu nehmen commandirt war, umgeben von ſeinen Officieren, in einiger Ent⸗ fernung hielt.
Als Frau Roſalie, nachdem ſie ihren Freunden fortgeholfen, in das Schenklokal zurückgelangte, fand ſie Herrn Schmenckel mit zehn oder zwölf andern Barricadenmännern, die ſich hier nach den Strapazen gütlich thun wollten. Es waren meiſtens alte Kunden des Duſtern Kellers, dieſelben haarbuſchigen Geſellen, die man ſo manche Nacht vorher hier hatte die Köpfe zuſammenſtecken und auf die„verrotteten Zuſtände, die ſchändliche Polizeiwirthſchaft, die verthierte Soldateska“ hatte ſchimpfen hören. Herr Schmenckel hatte immer in hohem An⸗ ſehen bei dieſen Leuten geſtanden; jetzt, wo man geſehen, daß er nicht blos freimüthig reden, ſondern auch muthig handeln konnte, war er der gefeierte Held des Tages.


