14 Durch Nacht zum Licht.
einen Sopha warf und gähnte.
„s iſt verdammt langweilig,“ ſagte er;„man weiß doch bei Gott nicht, wie man den Nachmittag hinbringen ſoll.“
„Wollen ſpazieren gehen.“
„Bei der Hundekälte?“
„Partie Piquet?“
„ſt auch langweilig.“
„ne Flaſche Rothſpon?“
„Geht ſchon eher.“
„Ernſt! ne Flaſche Pichon und Licht!“ Der Kellner brachte das Verlangte. Cloten warf ſich Barnewitz gegenüber in einen Lehnſtuhl und ſtreckte die Beine von ſich.
„Nu?“
„Nu?“
„Weißt Du nichts?“
„Nein; Du?“
„Nein.“
Nach dieſem Gedankenaustauſch trat, wie es wohl nicht anders ſein konnte, eine Ebbe ein und das Schiff der Unterhaltung blieb eine Viertel⸗
ſtunde lang auf einer Sandbank ſitzen, während deren die Herren ſchwei⸗
gend ihren Wein ſchlürften und ihre Cigarren rauchten.
Cloten und Barnewitz waren, ſeitdem ſie im Sommer ſo hart an⸗ einander gerathen, äußerlich die beſten Freunde geweſen, während ſie ſich heimlich mit einem fortwährenden Mißtrauen beobachteten. Freilich war das Mißtrauen in dieſem Falle nur zu gerechtfertigt. Hortenſe Barnewitz war kaum in Grünwald angelangt, als ſie— die erfahrene Menſchen⸗ fiſcherin— ihr Netz nach ihrem alten Galan auswarf, und Cloten hatte um dieſe Zeit die Ehre, der Gatte der gefeiertſten Balldame zu ſein, ſchon zu problematiſch gefunden, als daß er derſelben nicht das ſtille Glück in den Armen ſeiner früheren Geliebten bedeutend hätte vorziehen ſollen. Barnewitz ſeinerſeits ließ es dem edlen Paar an Gelegenheit, ſich ungeſtört zu ſehen, nicht fehlen, da er ſich in Grünwald Hals über Kopf in einen Strudel von Vergnügungen ſtürzte, bei denen es dem rohen Edelmanne in jeder Beziehung mehr auf die Quantität als auf die Qualität ankam. Nichtsdeſtoweniger plagte ihn die Eiferſucht nach


