Zweiter Band. 51
entſchlug und an nichts dachte, als daran, ſobald als möglich wieder geſund zu werden;„nicht ganz geſund,“ ſagte er,„denn das werde ich nicht wieder, aber halb geſund oder zwei Drittel, gerade geſund genug, um das Heu, das jetzt naß auf dem Schwaden liegt, trocken auf den Boden bringen zu können. Ich fühl' es jetzt, ich habe noch ein paar Abendſtunden vor mir; ich will ſie gut benutzen. Sie ſollen mir, lieber Franz, außer Ihrem baaren Gelde nicht auch noch Ihre Zukunft zum Opfer bringen.“
Leider war dies Opfer ſchon gbtacht
Gerade in dieſer Zeit geſchah es nämlich, daß ein berühmter Univerſitätslehrer in der Reſidenz durch eine Monographie über den Typhus, die Franz in dieſem Sommer herausgegeben hatte, an einen ſeiner begabteſten Schüler— Franz hatte die erſten drei Jahre in der Reſidenz ſtudirt— erinnert wurde. Er ſchrieb an Franz, um ihm zu dieſem Werke,„das von ſeinem durchdringenden Scharfſinn ebenſo rühmliches Zeugniß ablege, wie von ſeiner, bei einem ſo jungen Manne ſtaunenswürdigen Gelehrſamkeit,“ zu gratuliren.—„Aber,“ fuhr der Brief fort,„indem ich Ihnen im Namen der Wiſſenſchaft für Ihr Buch danke, erlaube ich mir zuglich, Ihnen einen Vorſchlag zu machen, den ich in eben ſo ſchleunige, wie ernſte Erwägung zu ziehen bitte. Zu Oſtern wird die Stelle des erſten Aſſiſtenzarztes an dem hieſigen großen Krankenhauſe frei. Ich wüßte unter unſeren jüngeren Gelehrten Keinen, dem ich dieſelbe ſo gern anvertrauen würde, wie Ihnen.“ Der Gelehrte verbreitete ſich ſodann weiter über die Vortheile, die für Franz aus dieſer Stellung reſultiren würden, und ſchloß mit den Worten:„Sie ſehen, es bietet ſich Ihnen hier eine Ausſicht, die günſtiger nicht gedacht werden kann. Ich bin, wie Sie wiſſen, ein ſehr nüchterner Beurtheiler der Menſchen und Dinge; aber wie die Verhältniſſe an unſerer Univerſität ſind, kann es nicht aus⸗ bleiben, daß Sie in wenig Jahren zum ordentlichen Profeſſor avan⸗ eiren. Ich bin überzeugt, daß mein Freund Robran, den ich beſtens zu grüßen bitte, die Sache ebenſo anſehen wird. Sprechen Sie doch mit ihm darüber und antworten Sie mir möglichſt bald.“
Franz hatte geantwortet— aber ohne mit ſeinem Schwieger⸗ vater geſprochen zu haben. Er hatte das Anerbieten, deſſen Vortheile
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