174 Durch Nacht zum Licht.
Franz zurückgekommen, mit Franz am Bett des Kranken Tag und Nacht mit frauenhafter Geduld und Umſicht wachen und ſorgen; und, als er nun heute Abend hörte, daß es mit dem Patienten beſſer
gehe, viel beſſer gehe— ſich wie ein Kind, dem der Vater wieder⸗ gegeben wird, freuen und ſeine Freude hinter allerhand unſchuldigen Schelmereien und Neckereien verſtecken— das konnte der Ex⸗Can⸗ didatus Theologiä und jetzige Studioſus e Fen Sſite genannt Bemperchen
„36h fürchte, ie Kartoffeln ſind eiskalt,“ ſagte Sophie, den Deckel von einer Schale abhebend. „So haben Sie genau die Temperatur dieſes Fiſches,“ ſagte Franz, ihr die Schüſſel präſentirend.
„Oder dieſer Sauce,“ ſagte Bemperlein, ihr die Sauciere von der andern Seite darreichend.
Sophie zuckte die Achſeln:
„Nichts wird ſo warm gegeſſen, als es gekocht iſt, meine Herren. Das muß ich als zukünftige Hausfrau wiſſen.“
„Wir heirathen nämlich heut über vier Wochen, Bemperlein,“ ſagte Franz.
Das heißt, wenn Ihr Frack, den Sie ſich ſchon, ſeitdem Sie in Grünwald ſind, machen laſſen wollen, bis dahin fertig wird, Bem⸗ verchen; ſonſt unter keiner Bedingung,“ ſagte Sophie.
„Der Frack wird fertig! der Frack wird fertig!“ rief Herr Bem⸗ perlein,„und ſollte ich ihn ſelber zurechtſchneiden, nähen und bügeln.“
„Das würde ein ſchönes Kleidungsſtück werden, Bemperchen.“
„Vielleicht nicht ſo ſchlecht, als Sie glauben. Es wäre wenig⸗ ſtens nicht der erſte Frack, den ich mir höchſt eigenhändig fertigte.“
nnsglich Bemperlein!“ rief Franz voll Erſtaunen.
„Was ich Ihnen ſage. Es iſt nun freilich ſchon ein wenig lange her— funfzehn Jahre etwa— und ich war dazumal, in meiner Robinſon⸗Cruſve-Periode, erfinderiſcher und fleißiger als jetzt; aber für unmöglich halte ich die Sache auch noch heute nicht.“
„Aber was zwang Sie denn, ſo wunderliche Experimente an⸗ zuſtellen?“ ⸗


