36 Durch Nacht zum Licht.
in blauen Blouſen und Gamaſchen, die regelmäßig mit Roß und Wagen in der„Grünen Mütze“ einkehrten und die Seiltänzerwirth⸗ ſchaft, die ſie in ihrem gewöhnlichen Comfort ſtörte, mit mißgünſtigem Auge betrachteten), ſprachen laut von Lumpenpack und Hinauswerfen, was denn wieder von den Kunſtenthuſiaſten äußerſt mißliebig auf⸗ genommen wurde.— Zornige Geſichter, drohend erhobene Arme, ſchimpfende Stimmen hinüber und herüber, war ein Tableau, dem blitzſchnell ein anderes folgte, in welchem ſelbſt der Wirth der„Grünen Mütze“, der, die kurze Pfeife im Munde, mit olympiſcher Ruhe in der Küchenthür lehnte, nichts Einzelnes mehr zu unterſcheiden ver⸗ mochte, ſo ſehr auch ſein Auge daran gewöhnt war, die dichten Staub⸗ wolken zu durchdringen, welche ſich auf dem Flur einer Fuhrmanns⸗ kneipe um einen Knäuel von Menſchen lagern, von denen jeder Ein⸗ zelne mit der natürlichen Waffe der Fauſt oder der künſtlichen eines Schemelbeins auf den wirklichen oder vermeintlichen Gegner losſchlägt.
„ Hülfe kommen, Andere lachten und hetzten, wieder Andere(Männer 1
Fünftes Capitel.
Oswald hatte, nachdem er mit Franz in dem eleganten„Cur⸗ hauſe“ von Fichtenau gaſtliche Aufnahme gefunden, dem Verlangen, die kleine Czika noch heute Abend aufzuſuchen, nicht widerſtehen kön⸗ nen. Er hoffte von der braunen Gräfin zu erfahren, wie ſie in dieſe wunderliche Geſellſchaft gerathen ſei, und zugleich ſie zu bereden, ent⸗ weder zu Oldenburg zurückzukehren, oder ihm doch wenigſtens das Kind zu überlaſſen. Er glaubte durch Klugheit bewirken zu können, was der Heftigkeit des Barons unmöglich geweſen war, um ſo mehr, als die braune Gräfin ihm wohlzuwollen ſchien, und die kleine Czika offenbar zu ihm größeres Vertrauen hatte, als zu dem„Andern“, der ihr Vater war. Und dann war es außer ſeiner perſönlichen Zuneigung zu dem ſchönen Kinde und der Zigeunerin, die ihm an jenem ver⸗ hängnißvollen Nachmittage, als er ſich auf dem Wege zu Melitta im
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