Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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20 Die von Hohenſtein.

ſtellen. Der Augenblick, mit ihm zu brechen, iſt jetzt ſo ungünſtig wie möglich; Schnepper muß das einſehen; ſo lange der Leichnam nicht gefunden iſt, ſind ja die Anſprüche, die er an Camilla machen könnte, ſo wie ſo illuſoriſch; ich muß mit dem alten Gecken ſprechen.

Herr von Schnepper billigte vollkommen den Plan des Präſidenten.

Ich verlange weiter nichts, ſagte er,als daß Sie mir den Lohn für die Verdienſte, die ich mir in dieſer Angelegenheit möglicher⸗ weiſe um Ihre Familie erwerben kann, nicht vorwegnehmen. Sie villigen meine Bewerbung um Ihre reizenden Tochter bon! Sie ſtellen die Bedingung, daß ich den Alten frei mache nicht mehr als billig; umſonſt iſt heut' zu Tage nicht einmal der Tod. Ich werde meiner Zeit kommen, den ſüßen Lohn einzufordern; bis dahin laſſen Sie ſich den Affen, den Wolfgang, immerhin an dem Spiegelbilde eines Glücks, das ihm nie zu Theil werden ſoll, ergötzen. Erhalten Sie ihn bei guter Laune und vertreiben Sie ihm ſeine eiferſüchtigen Grillen!

Aber wie das, Liebſter?

Verheirathen Sie Aurelie!

Mit Willamowsky?

Mit Willamowsky.

Wird er aber jetzt, gerade jetzt wollen?

Gerade jetzt! Kitzeln Sie ſeine Eitelkeit, engagiren Sie ſeine Großmuth; er iſt Gimpel genug, um auf die Leimruthe zu gehen.

Der Präſident ließ ſich dieſen guten Rath nicht umſonſt geſagt ſein. Aurelien für die Idee einer Heirath mit dem Baron zu ge⸗ winnen, hielt durchaus nicht ſchwer. Die junge Dame hatte in der letzten Zeit mit ihren Liebhabern die traurigſten Erfahrungen gemacht. Der Lieutenant Graf von Brinkmann, ihr allabendlicher Tänzer des vorjährigen Winters hatte ſich mit der ſchönen Georgine von Hinkel verlobt; der Maler Kettenberg ſchmachtete ſeit den letzten Wochen in den Feſſeln Antonien's, deren Bild in Lebensgröße er für die Aus⸗ ſtellung malte, und von der er Aurelien ſo viel vorgeſchwärmt hatte, daß dieſe, welche ſich auf die Huldigungen des ſchönen genialen Künſt⸗ lers nicht wenig einbildete, auf das Tiefſte beleidigt war. Blieb alſo noch, den Baron für das Project zu gewinnen, was nach dem vom