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259 ſo hätte ſie geſprochen— aber ſie wagte es nicht; und ſo ſage ich's Ihnen denn in ihrem Namen, im Namen meiner armen unglücklichen Margareth, und nun gehen Sie hin und verklagen Sie mich bei meinem Schwager, oder bei meinem Neffen, oder wo Sie wollen und wie Sie wollen. Mir ſoll es gleich ſein!“
Und Tante Bella warf noch einen flammenſprühenden Blick aus ihren dunklen Augen, in den ſich die Damen nach Belieben theilen mochten, und rauſchte zur Thür hinaus.
„Die Perſon muß toll ſein;“ ſagte die Präſidentin.
„Nein, aber wir ſind es, daß wir uns das gefallen laſſen,“ ſagte die Obriſtin.
„Ja, aber was ſollen wir thun, Selma? erwiderte die Präſidentin.
Die Damen hatten nicht Zeit zu einem Entſchluſſe zu kommen, denn der Trauerzug ſetzte ſich in Bewegung
Der Sarg war in die Gruft geſenkt; die zahlreiche Begleitung hatte den Friedhof verlaſſen, ſelbſt die Todtengräber hatten, nachdem ſie die Grube eben zugeworfen, ſich entfernt, da der Regen mit er⸗ neuter Heftigkeit losgebrochen war. Nur der Wagen, auf welchem der Sarg geſtanden hatte, war noch; der Fuhrmann deſſelben ſchien keine Eile zu haben, wegzukommen; er ſchürzte mit größter Gelaſſen⸗ heit an den Strängen, die zerriſſen oder ſonſt ſchadhaft zu ſein ſchienen. Als er ſich aber ganz allein auf dem Friedhofe ſah, trat er an das Grab, zog ſeinen Hut ab und murmelte:„Gute Frau, heilige Frau, bitt' für mich! bitt' ſür den alten Köbes!“— So ſtand der alte Mann lange Zeit in inbrünſtiges Gebet verſunken. Dann wiſchte er ſich mit ſeinem baumwollenen Taſchentuche die Thränen und den Regen aus dem Geſicht, ſetzte den Hut wieder auf und fuhr langſam in die Stadt zurück.
Ende des zweiten Bandes.
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