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Zweiter Band. 221 er auftreten, wie ein Mann, denn er weiß, daß, wenn er ſich nur fonſt im Dienſt„ſtramm“ hält, wie der Kunſtausdruck iſt, ihm Keiner ſonſt ein Haar krümmen darf, ja daß es ihm als eine Ehrloſigkeit ausgelegt wird, wenn er eine Beleidigung, oder gar einen thätlichen Angriff nicht auf der Stelle, wo möglich mit blanker Waffe, zurück⸗ weiſt. Für dieſe Wohlthat, ihm zu einer Poſition im Leben verholfen zu haben, iſt er dem Inſtitute dankbar, ſo drückend auch immer die Anforderungen des Dienſtes auf ihm laſten mögen. Er flucht auf die„verdammten Scheerereien,“ und läßt ſie ſich doch aus dem an⸗ geführten Grunde gern gefallen. Darum machen auch Eure Sirenen⸗ lieder von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit keinen Eindruck auf ihn. Er weiß, daß er bei aller Freiheit, Gleichheit und Brüderlich⸗ keit es nicht höher als bis zum Proſetarier bringen kann, und ſelbſt wenn ſeine Einſicht ſo weit reicht, jhm klar zu machen, daß er auch ietzt nicht mehr und nicht weniger iſt, ſo zieht er doch den Proletarier im Waffenrock dem Proletarier in der Blouſe vor, denn jener iſt— als Glied eines Ganzen wenigſtens— etwas, dieſer aber iſt nichts.“
Und die Conſequenzen, die Sie aus dieſen, wie ich glaube, richti⸗ gen Sätzen ziehen?“
„Ich wollte nur ſo viel ſagen, daß man den Soldaten nicht da⸗ durch zu gewinnen hoffen darf, wenn man ihm das Bewußtſein deſſen zu ſchmälern und gar zu rauben ſucht, was ſein Stolz, der einzige Halt in ſeinem öden Leben iſt: das Bewußtſein der auf der Gemein⸗ ſamkeit beruhenden Macht. Im Gegentheil: Man muß dieſes Gefühl in ihm erhöhen, wenn man auf ſeine Dankbarkeit, auf ſeinen that⸗ kräftigen Beiſtand rechnen will. Das kann aber nur, das vermag aber nur— und hier komme ich zum ſpringenden Punkt der ganzen Frage— ein Mann, der in ſich, in ſeiner Perſon, das Soldatenthum repräſentirt— mit einem Worte: ein glücklicher Feldherr. Er kann mit der Armee machen, was er will; er kann ſie gegen die Freiheit oder für die Freiheit in den Kampf führen. Sie wird ihm hierhin und dorthin willig folgen, denn die Seele der Armee iſt wie eine leere Tafel; der, welcher ſtark genug iſt, dieſe Tafel mit der einen mächtigen Hand zu halten, kann ſie mit der andern beſchreiben, wie er will.“


