Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Zweiter Band. 219

Bekümmere Dich um Deine Angelegenheiten, ſagte Herr Vettler grob.Ich frage auch nicht darnach, warum der Herr Paſtor partout Alles wiſſen will, was hier im Hauſe vorgeht. Adieu; ich bin in einer halben Stunde wieder hier.

Und Herr Vettler ſchlug den Weg nach dem benachbarten Kirch⸗ heim ein, deſſen meſſingne Thurmſpitze über die kahlen Bäume her⸗ über in der hellen Mittagsſonne erglänzte.

vierundzwarzigſtes Capitel.

Münzers Vorausſagung ging in Erfüllung. Man hatte den Herrn aus Mainſtadt, Herrn von Degenfeld und fünf oder ſechs andre, die noch an demſelben Morgen verhaftet waren, ſchon am folgenden Tage wieder entlaſſen, da die zu gleicher Zeit angeſtellten Hausſuchüngen wohl nicht nach Wunſch ausgefallen waren. Auch in Münzers Wohnung hatte man während ſeiner Abweſenheit nach hoch⸗ verrätheriſchen Papieren geforſcht, aber ſo gar nichts, aus dem man beim beſten Willen etwas hätte machen können, gefunden, daß man es ſchließlich für zweckmäßiger erachtete, den gefürchteten Demokraten nicht weiter zu beläſtigen.Die Katze Reaction hat uns revolutionaire Mäuschen vorläufig noch einmal laufen laſſen, ſagte Münzer am folgenden Tage zu Herrn von Degenfeld;wir ſind ihr noch nicht fett genug; aber wenn wir noch lange, wie bisher, auf unſern Lor⸗ beeren ausruhen, wird uns die Trägheit wohl bald das nöthige En⸗ bonpoint geben. Ich möchte verzweifeln, wenn ich ſehen muß, wie unſre Sache Tag für Tag an Terrain verliert, ohne daß wir Hand oder Fuß regen, den Feind zurückzutreiben.

Was hülfe das, lieber Doctor? erwiderte Herr von Degenfeld; ſo lange wir nicht die Macht haben, den Feind mit dem erſten An⸗ griff über den Haufen zu werfen? In der Politik entſcheidet der Erfolg. Ein erfolgloſer Angriff iſt ſchlim kein Angriff, denn