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218 Die von Hohenſtein.
haft wäre die unausbleibliche Folge, und die führerloſe Partei würde die Waffen ſtrecken. Kehre ich zurück und laſſe mich verhaften, ſo müſſen ſie uns Alle in wenigen Tagen wieder frei geben und ſich noch obendrein für ihre Dummheit entſchuldigen. Den aus Mainſtadt können ſie ſo nicht halten. Rheinſtadt iſt kein Wien und der Graf Hinkel kein Windiſchgrätz. Degenfeld iſt noch zu kurze Zeit in das Vertrauen gezogen; er hat nichts in Händen, was ihn compromittiren könnte; und was mich anbetrifft: ich bin auf einen ſolchen Fall längſt vorbereitet. Man findet bei mir nicht, was nicht in ein Album für junge Damen in der Penſion gedruckt werden könnte. Mit einem Wort: hier iſt keine Wahl. Wolfgang beſteigt ſeinen Braunen wieder und reitet, ſo ſchnell er kann, nach Hauſe. Die gnädige Frau läßt anſpannen und mich bis vor das Thor fahren; ich paſſire dann als unſchuldiger Spaziergänger die Thorwache, habe Gelegenheit, noch mit Cajus und den Andern Rückſprache zu nehmen und dann können ſie mich meinetwegen verhaften.“
Antonie wollte anfänglich von dieſem Plane durchaus nichts hören; ſie bat, ſie ſchmeichelte; aber Münzer blieb feſt, und Wolf⸗ gang konnte nicht anders, als den Entſchluß des Freundes von der Ehre und von der Klugheit gleich geboten erachten. Antonie mußte zuletzt nachgeben.
„Aber eine Bedingung!“ rief ſie,„ich muß mit. Hier in dieſem abſcheulichen Hauſe bleibe ich keine Minute länger, ſeitdem ich weiß, daß ich hier einſam wie eine Eule hauſen ſoll. Der Doctor und ich fahren zuſammen bis nach meiner Villa vor der Stadt. Das iſt un⸗ verdächtiger, als wenn er vor dem Thore ausſteigt. Und, unver⸗ dächtiger, oder nicht, ich will nun einmal nicht hier bleiben.“
Da Antonie ſich durch nichts von ihrem Gedanken abbringen ließ, ſo mußten die Männer ihr ſchließlich nachgeben.
Eine Viertelſtunde ſpäter ſahen Herr und Madame Vettler von der Thür aus dem davonfahrenden Wagen nach.
„Wer war denn nur der ſchwarze Herr, mit dem die gnädige Frau ſich ſo viel erzählen that?“ ſagte Madame Vettler nachdenklich; „aber Jeſus Maria, wo willſt Du denn hin, Vettler, eine Viertel⸗
ſtunde vor Tiſche?“


