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212 Die von dohenſtei L
ich Dich als Präſidenten der Republik ſehen könnte, wie ich Dich einſt in dem Traume ſah den ich in der Nacht träumte, als Du Deine erſte große Rede gehalten— das wäre nicht viel— aber es wäre doch etwas. Mir hat der Reichthum lange die Liebe erſetzen müſſen; vielleicht erſetzte Dir die Macht die Liebe, die Du immer ſuchſt und nicht findeſt— auch bei mir nicht gefunden haſt. Ja, Bernhard, auch bei mir nicht! Du biſt in meiner Geſellſchaft nicht glücklicher geweſen, als— Du in dem Umgang mit jeder andern Frau auch geweſen ſein würdeſt, als Du— in den Armen Deiner Frau geweſen biſt. Ja, ich bin überzeugt, daß ich Dir lange ſchon eine Laſt bin— Du ſchüttelſt den Kopf? Nun denn, gieb mir den Beweis, daß Du mich liebſt! Laß dieſe elende Politik, dieſe politiſche Miſére, aus der in
Ewigkeit nichts Geſcheidtes wird! gehöre mir ganz, wie ich Dir ganz
gehöre. Komm mit mir nach Italien, nein! nicht nach Italien,— da ſieht es noch ſchlimmer aus, als bei uns; nach dem Orient, nach den ſyriſchen Küſtenthälern, von denen ich heut im Lamartine geleſen habe, wo es ſo göttlich ſchön iſt und wir unter Palmen und Cedern dies gräuliche Land und die gräuliche Politik vergeſſen können.“
„Und meine Kinder,“ ſagte Münzer,„was wird aus ihnen?“
Antonie ließ Münzers Hände los und ſtand auf.
„Ich vergaß wieder einmal, daß Du— verheiratheſt biſt,“ ſagte ſie kalt;„warum nimmſt Du die Kinder nicht zu Dir; ſie gehören Dir ja.“
„Sie gehören tauſendmal mehr ihrer Mutter; ich kann die Kinder nicht von der Mutter trennen.“
„So nimm ſie doch alle wieder zu Dir, Mutter und Kinder, wenn Du doch einmal Dich von ihnen nicht losmachen kannſt und willſt.“
„Ich habe in der That ſehr dieſe Abſicht.“
„Und Du kamſt ſo früh, mir das zu ſagen?“
„Ich wollte es Dir in der That ſagen; aber freilich nicht ſo, wie ich es Dir jetzt geſagt habe.“
„Aber doch ſagen; auf das Wie kommt es ja wohl ſo ſehr nicht an.— Wollen wir nicht etwas hinausgehen; die Sonne ſcheint ſo ſchön und es iſt in den dunkeln Zimmern ſo traurig und langweilig.


