Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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50 Die von Hohenſtein.

ſo mehr, als die Sache ſo wichtig zu ſein ſcheint, daß Ihr ſelbſt mir gegenüber ein Geheimniß daraus machen zu müſſen glaubt.“

„Bewahre, Holmchen,“ ſagte Tante Bella eifrig;„ich habe blos auf einen Augenblick gewartet, wo ich ungeſtört mit Ihnen würde ſprechen können.“

„Na, dann ſchießen Sie los, Tante Bella!“ ſagte Holm unge⸗ duldig,„Carlorum, Jauf' ein wenig vorauf, mein Sohn; ich falle ſonſt noch über Deine Beine.“

„Die Sache iſt die,“ ſagte Tante Bella, ihre Thränen trocknend, „daß der arme Eugen in grauſam zerrütteten Verhältniſſen geſtorben iſt; in viel ſchlimmeren, als Peter nur irgend gedacht hat, und aus Eugen's Büchern, die ſchrecklich unordentlich geführt geweſen ſind, hat vermuthen können. Geſtern und heute ſind von dem Advokaten, den Peter in Thüringen angenommen hat, noch ſo viele Schuldforderungen gemeldet, daß Peter nicht aus noch ein weiß, wie er alle die Leute vefriedigen ſoll. Und dabei iſt noch gar kein Ende abzuſehen— was das Allerſchlimmſte iſt. Nun können Sie ſich des armen Peter's Lage denken! Er, der ſo ſtolz auf ſeinen ehrlichen Namen iſt und nun blos dazwiſchen zu wählen hat, ob er ſich ſelbſt ruiniren, oder ob er zugeben will, daß ſein Bruder, ſein einziger Bruder, als Banquerotteur aus dem Leben gegangen iſt.“

„Hm, eine böſe Alternative!“ brummte Holm,„und die kleine Ottilie weint ſich darüber die ſchönen Augen aus dem Kopf.“

„Ottilie!“ ſagte Bella eifrig;„wo denken Sie hin, Holmchen! Ottilie weint über ganz was Anderes— denken Sie nur— doch davon nachher! Sie weiß von nichts. Wie mögen Sie glauben, daß Peter ſo ſchreckliche Sachen an das arme Kind herankommen ließe! Und das iſt es eben. Sie kennen Peter ja. Er muß Jemand haben, den er aus voller Seele lieben kann. So hat er Gretchen geliebt und liebt ſie auch wohl noch und ſo liebt er jetzt ſeine Kleine, wie er ſagt, als ob ich gar keinen Theil an ihr hätte und als ob ſie nicht jetzt mein Kind wäre, ſo gut wie ſeins. Aber freilich, nach mir fragt er nicht, fragt Niemand; ich bin das ſchon lange gewohnt und kümmere mich auch nicht mehr darum; aber das ſoll mich nicht abhalten, daß ich meine Verwandten liebe und mich Tag und Nacht quäle, wie das