Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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184 Die von Hohenſtein.

Fabender Mann, jetzt in dieſer Zeit der Verwirrung und der Noth, nicht zu jenen Leuten gehöre, die ſich Hals über Kopf in die Be⸗ wegung ſtürzen, weil ſie weder einen Namen noch ein Vermögen zu verlieren haben.

Eine Hauptſchwierigkeit blieb allerdings noch immer die, wie er, ohne Verdacht zu erregen, eine ſo große Summe neuer Kaſſenſcheine in Cours bringen könne. Er hatte heute zehntauſend Thaler auf fällige Wechſel zu bezahlen und genau zehntauſend Thaler in fünf⸗ hundert und hundert Thaler⸗Obligationen hatte er geſtern, als er, ohne ſie zu zählen, die Packete in ſeine Rocktaſche ſchob, aus der Kaſſe genommen; aber ſein eigener Kaſſenbeſtand betrug Alles in

Allem nur fünfhundert Thaler. Dieſe Fünfhundert unter die Tauſende

gemiſcht nahmen ſich— er hatte bei verſchloſſenen Thüren, ſo wie er erwacht war, das Experiment wiederholt angeſtellt— noch immer ſehr verdächtig aus, um ſo mehr, als es nur drei Wechſel waren, um die es ſich handelte.

Ein Zufall, der ſo günſtig war, daß der Stadtrath zuerſt einen Hinterhalt darin vermuthete, kam ihm zu Hülfe. Der alte geizige Materialwaarenhändler Pitter an der Straßenecke, mit dem er ſchon manchmal in Geſchäftsverbindung geſtanden hatte, kam gegen neun Uhr und erlaubte ſich, bei dem Herrn Stadtrath anzufragen, ob er ihm nicht eine Gefälligkeit erweiſen könne, die zu erwidern, ſo weit es in ſeiner Macht ſtehe, er jeder Zeit bereit ſei. Er habe ſechstauſend⸗ fünfhundert Thaler wegzuſchicken und nur Gold und Silber im Hauſe; ob ihm der Stadtrath nicht Papiergeld dafür geben wolle? am liebſten ſtäbtiſche Obligationen, mit denen er noch zufällig an dem Orte, wo⸗

hin er das Geld zu ſenden habe, ein kleines Profitchen machen könne?

Der Stadtrath erwiderte: er habe freilich einige Obligationen im Hauſe, da den Herren vom Magiſtrate ein Theil ihres Gehaltes immer in dieſen Papieren ausgezahlt wäre, natürlich aber nicht ſo viel, als Herr Pitter verlange; indeſſen möge Herr Pitter in einer Stunde wieder kommen; bis dahin hoffe er von einigen Geſchäftsfreunden, die, wie er wiſſe, in Beſitz ſtädtiſcher Obligationen ſeien, die ge⸗ wünſchte Summe herbeizuſchaffen.

So kam der Stadtrath zu einem Gelde, das er unbedenklich aus⸗

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