Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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Erſter Band. 23

General mit unverhohlener Bewunderung;„glaub' wahrhaftig, Du würdeſt am Ende gar mit der Alten fertig werden.“

„Warum nicht, wenn Sie recht gut ſind, Großonkelchen, und die gute Perſon nicht in meiner Gegenwart ausſchelten, wie vorhin.“

„Sie iſt wirklich nicht ſo dumm,“ wiederholte der General;„s wäre ein guter Spaß— was giebt's?“

Der mürriſche Bediente, Kilian, meldete, daß die Herrſchaften jetzt ſämmtlich da wären und daß Madame anfragen laſſe, ob ſervirt werden ſolle.

„Ja, in drei Teufels Namen! K Minute ungeſchoren bleiben?“

Der Mann wollte ſich wieder en„Halt, Front!“ ſchrie der General.„Wieder kommen! Mich anziehen! Herrſchaften in den Speiſeſaal! Ein Abwaſchen!— Und nun ſpring fort, Du kleiner Grasaff'! Sprechen noch weiter darüber.“

Camilla küßte dem Großonkel wiederholt die Hände und ver⸗ ſchwand durch die Thür, die aus dem Zimmer in den Park führte.

man denn nicht eine

viertes Capitel.

Eine Viertelſtunde ſpäter waren die auf Rheinfelden zum Beſuch Anweſenden in dem„großen Saal“ des zweiten Stocks, wo die Mittagstafel gedeckt war, verſammelt.

Der große Saal war ein prachtvoller Raum, der ſich beinahe durch die ganze Tiefe des Schloſſes erſtreckte, denn die gewaltige, reich vergoldete Eingangsthür führte auf die Galerie des Flures, und durch die beiden hohen Fenſterthüren auf der andern Schmalſeite trat man auf den großen ſteinernen Balkon, der, von vier Säulen getragen, über dem Park hing. An den Längsſeiten gelangte man durch je zwei Thüren in die andern Räume. Von der hohen Stuck⸗ Decke hingen drei ungeheure Kronenleuchter von böhmiſchem Kryſtall. Große Oelgemälde bedeckten die Wände. Auf den Simſen der beiden