Teil eines Werkes 
6. Band (1867) Röschen vom Hofe / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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Röschen vom Hofe. 159

Eine klare Winternacht iſt heraufgezogen. Vom Himmel funkeln die ewigen Sterne in wunderbarem Glanz; ſtill liegt die Erde in ihrem weißen Mantel. In dem Dorfe regt ſich nichts; es iſt noch weit bis zum erſten Hahnenſchrei. Hier und da ein ſchwacher Schim⸗ mer aus einem der niedrigen Fenſter, ſonſt nur das Licht des Schnee's und der Sterne.

Durch das ſtille Dorf zieht der Wächter. Er ruft die Stunde ab und ſingt:

Dies iſt die heil'ge Weihenacht,

Da halten tauſend Engel Wacht,

Daß nirgendwo ein Leid's geſchicht,

So braucht ihr heut' den Wächter nicht. Nichts Böſes kann ſich regen,

Denn Lieb' iſt allerwegen.

Ende.

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