Teil eines Werkes 
6. Band (1867) Röschen vom Hofe / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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40 Röschen vom Hofe.

Geſicht des Herrn von Weißenbach, und in die Augen unter den buſchigen Brauen, denen ſechszig Jahre ihr Feuer nicht zu rauben ver⸗ mocht hatten. Und doch fühlte er ſich auch wieder auf eigenthümliche Weiſe angezogen, denn ſein eigenes mannhaftes Herz ſagte ihm, daß er es mit einem Manne zu thun habe, dem ſein Wort heilig ſei, und der, wenn es ſein müßte, mit ſeinem Leben für t Ueberzeugungen einſtehen würde.

Die Dämmerung in dem Gemache hatte raſch enommen, wäh⸗ rend die Herren, auf dem Sopha ſitzend, alſo ſprachen. Der Graf hatte mit ſeinem Aufbruch gezögert und gezögert, immer hoffend, daß Fräulein von Weißenbach von ihrem Spaziergange zurückkehren werde. Jetzt glaubte er, nicht länger warten zu dürfen. In dem Augenblick, als er ſich erhob, wurde es plötzlich von dem Wiederſchein einer pur⸗ purnen Abendwolke, die an den Fenſtern vorübz ganz licht in dem noch eben dunklen Zimmer.

„Da iſt meine Roſe,“ ſagte Herr von Veißenbach.

Der Graf, welcher mit dem Rücken nach der Thür geſtanden hatte, wandte ſich ſchnell um. Auf der Schwelle, unfloſſen von dem roſigen Schein, ſtand ſie, wie er ſie zuletzt geſehen, den Strohhut in der herabhängenden Linken, das ſtolze Haupt hoch erhoben, das ernſte, ſanfte Antlitz umringelt von den braunen Locken, die ein linder Abend⸗ hauch mit muthwilliger Hand nach ſeinem Geſchmack geordnet zu haben ſchien.

Siebentes Capitel.

Roſe blieb einen Moment auf der Schwelle ſtehen; dann eilte ſie mit einem leichten Nicken ihres Hauptes nach dem Grafen hin, an dieſem vorüber auf den Vater zu, der ſie zärtlich in ſeine Arme ſchloß und auf die Stirn küßte. Dann wandte ſie ſich wieder zum Grafen, nickte nochmals mit dem Kopfe— diesmal aber freund⸗ licher— und ſagte mit heiterm Ton:

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