Teil eines Werkes 
5. Band (1867) Clara Vere : Roman / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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276 In der zwölften Stunde.

lichen Frau, die hingefallen war, aufzuhelfen ſo ganz nur in dem, was er für ſeine Pflicht hielt, ſo vollkommen gleichgültig gegen die Gaffer und Schwätzer ja, ich darf es ſagen da liebte ich ihn! da ſah ich für einen Moment den Mann, der mir gefährlich werden könnte, wenn ich das Unglück das Weib eines jener und zu

Für einen Monen warum icht für iine

Fünßzehntes Capitel.

Hier ſchloß das Manuſcript, deſſen Lectüre Sven in einem Zu⸗ ſtande unbeſchreiblicher Aufregung beendigte. Die Handſchrift war ihm gleich im Anfange ſo bekannt vorgekommen; jetzt wußte er längſt, weßhalb. Dennoch nahm er ein Billet, in welchem ihn Cornelie ein⸗ mal um ein Buch gebeten, und das er ſeitdem beſtändig bei ſich ge⸗ tragen, entfaltete es mit zitternder Hand und verglich es mit dem Manuſcripte. Es war dieſelbe Handſchrift mit den ſchnellen, zier⸗ lichen Zügen! Aber was bedurfte es ſo äußerlicher Beweiſe? Sprach die Geſchichte ſelbſt nicht beredt genug? Paßte nicht Alles Wort für Wort auf ſie? und hatte ſie nicht zum Ueberfluß dieſe ſelben Zimmer bewohnt? wie leicht konnte dieſes Manuſcript bei der eiligen Abreiſe damals vor vier Jahren liegen geblieben ſein...

Sven ſprang auf und riß an der Klingel, daß er den Griff in der Hand behielt. Die Schnelligkeit, mit welcher Frau Schmitz auf dieſen Ruf in Perſon erſchien, hätte Jedem, der weniger aufgeregt geweſen wäre, als Svpen, wunderbar vorkommen müſſen.

Wie gelangte dieſes Buch, das offenbar Mrs. das offenbar einer Dame, die ich kenne, gehört, in Ihre Hand? rief er der kleinen Frau heftig entgegen.

Frau Schmitz war über dieſe brüske Anrede ſo erſchrocken, daß ſie ſich nothwendig in einer halben Ohnmacht auf einen Stuhl werfen und ihr Geſicht mit einer ſchwarzſeidenen Schürze bedecken mußte.