238 In der zwölften Stunde.
„Why not?“ erwiderte Mr. Durham, bedächtig ſeinen Rock zu⸗ knöpfend.„Wenn ich nicht irre, hatten Sie ſich gerade einen ſtürmi⸗ ſchen Tag gewünſcht. Sie können nicht leicht einen paſſenderen finden.“
Der Diener brachte Spens Sachen.
„Ich ſtehe zu Dienſten,“ ſagte Sven.
Sven wußte jetzt, daß Mr. Durham in der That nicht ſcherzte;
er wußte, daß Mr. Durham die eben ſtattgehabte Scene beobachtet hatte und daß er jetzt, ſo oder ſo, Rechenſchaft fordern werde, Ge⸗ nugthuung für die ihm widerfahrene Schmach. Svens Herz pochte, aber nicht vor Furcht, ſondern von jener erwartungsvollen Ungeduld, mit welcher der Muthige einer Entſcheidung entgegengeht, die unver⸗ meidlich iſt. Er war entſchloſſen, dem Manne, gegen den er jetzt grimmigen Haß empfand, komme, was da wolle, in keinem Punkte nachzugeben; wenn es ſein müßte, auf Tod und Leben mit ihm zu kämpfen. Dieſe Gedanken durchzuckten ſein Hirn, während er im düſtern Schweigen Mr. Durham die Treppe der Terraſſe hinab, wenige Schritte am Ufer entlang bis zu einem Orte folgte, wo eine kleine Einbucht eine Art von Hafen bildete.
Hier lagen ſtets mehre Boote, die von Fiſchern an Ruder⸗ und Segelluſtige vermiethet wurden. Als ſie ſich den Booten näherten, rief ſie ein Mann, der bei denſelben Wache hielt, an.
„Ich bin es;“ ſagte Mr. Durham.
„Ah, ſo! was wollen Sie ſo ſpät, Miſter?“
„Mein neues Boot. Wir wollen noch eine Stunde ſegeln.“
„Was?“ ſagte der Mann;„heute Abend? es iſt ja ein wahres Teufelswetter, Miſter.“
„Gerade deshalb;“ erwiderte Mr. Durham.
Es iſt heute Abend gefährlich zu ſegeln, Miſter.“
„Gerade deshalb.“
Mr. Durham war in das Boot geſtiegen— ein winziges Boot, das drei, höchſtens vier Perſonen faſſen konnte— hatte den kleinen Maſtbaum in der Mitte aufgerichtet, das Segel zum Aufziehen zu⸗ recht gelegt—
„All right?“ ſagte Mr. Durham.


