Teil eines Werkes 
4. Band (1866) Auf der Düne : Roman / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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178 Auf der Düne.

daran zweifeln, daß ich ihm meine eigentliche Meinung von ſeinem Charakter geſagt habe.

War, mir dieſe Ihre unmaßgebliche Meinung kund zu thun, der einzige Grund, der mir heute Abend die Ehre Ihres Beſuches ver⸗ ſchaffte? fragte der Andre ſpöttiſch.

Ja; ſagte Guſtav, ſich erhebend.

Und da der Zweck Ihres Beſuchs erreicht iſt, ſo iſt auch wohl der Beſuch zu Ende? erwiederte Herr von Elze, auch aufſtehend.

Gewiß; ſagte Guſtav.Im Falle Sie mir auf meine unmaß⸗ gebliche Meinung etwas zu erwiedern nöthig erachten ſollten, wird man mich für die nächſte Stunde er ſah auf ſeine Uhrin der Laube finden. Gute Nacht, meine Herren; bitte, laſſen Sie ſich durch mein Fortgehen nicht ſtören. Er verbeugte ſich höflich, und ging gemeſſenen Schrittes aus dem Zimmer. Paul folgte ihm.

Sie gingen einige Minuten ſchweigend nebeneinander durch die Tannen, der Laube zu.

Du billigſt mein Betragen nicht, Paul? fing Guſtav endlich an.

Bis ich weiß, was Dich dazu veranlaßte, nein..

Auf jeden Fall kann ich auf Deinen Beiſtand in dieſer Sache rechnen?

Ohne Frage.

Nun denn, rief Guſtav,ich bin Dir Rechenſchaft ſchuldig. Du ſollſt die Wahrheit hören, wenn mein Herz auch blutet, der An⸗ kläger Clementinens ſein zu müſſen.

Sprich! ſagte Paul ruhig; aber er zitterte vor innerer Er⸗ regung, als ob ihn ein Fieber ſchüttelte.

Sie waren in der Laube angekommen, und ſetzten ſich in die großen Gartenſtühle. Ueber ihnen leuchtete aus dem klaren Himmel der Mond, blinkten hier und da die ewigen Sterne; zu ihren Füßen ſchimmerte das unendliche Meer, in dieſer Stunde wie ein Landſee

ſtill und glatt. Die ganze Natur athmete Frieden, Frieden! aber die

beiden erregten Menſchenſeelen vernahmen die feierliche Mahnung nicht.

Guſtav erzählte mit von Leidenſchaft bebender Stimme, was er in der vergangenen Nacht erlebt hatte.Ich wollte ja mein Schickfal