Auf der Düne. 15
Schiffe zu ſegeln, das in Sicht gekommen war, und nach einem Lootſen ſignaliſirt hatte. Die Wogen mit dem ſcharfen Kiele raſch durch⸗ ſchneidend, und mit dem einen Bord die Waſſerfläche faſt berührend, kam es auf ſeiner ſchnellen Fahrt dicht an ihnen vorüber. Am Steuer ſaß ein alter Mann mit grauen, im Winde flatternden Haaren.„Iſt das der alte Walter?“ fragte Paul. Guſtav lachte und ſagte„nein!“
So über all' dem Beobachten und dem Durchkriechen der glühen⸗ den Eingeweide des Baggers, wo die Räder und Hebel, deren Be⸗ deutung ihm ein bärtiger Maſchinenmeiſter zu erklären ſich bemühte, den unmathematiſchen Paul in die hoffnungsloſeſte Verwirrung ſetzten, und die Leute mit ihren von Kohlenſtaub geſchwärzten, von der doppel⸗ ten Gluth der Eſſe und der Sonne erhitzten Geſichtern ihn lebhaft an die Männer im feurigen Ofen erinnerten, und nach einer noch⸗ maligen Fahrt ſeewärts und wieder zurück, verging der Vormittag, und als vom Vogel Rock aus mit einer Glocke das Signal zur Ein⸗ ſtellung der Arbeit gegeben, und auf das Klappern und Raſſeln der Maſchinen eine wohlthuende Stille gefolgt war, beſtiegen ſie ein Boot, um nach dem Nedur, wie Guſtav,— nach Scheria, wie Paul ſagte, hinüberzurudern.
Drittes Capitel.
Die allen Inſulanern ſeit undenklichen Zeiten erb⸗ und eigen⸗ thümliche Neugier hatte faſt ein Dutzend Menſchen, d. h. ſo ziemlich die ganze Einwohnerſchaft zum Empfang des angekündigten Fremden an der Landungsbrücke verſammelt; braune Lootſengeſichter, ein paar. derbe rothhaarige Kinder, und dann waren noch zwei Frauen da, junge Frauen in hellen Sommergewändern, die den Ankommenden unter ihren braunen breiträndrigen Strohhüten freundlich entgegen⸗ lächelten.
Paul wäre, auch ohne vorgeſtellt zu ſein, keinen Augenblick in Zweifel geweſen, welche von den beiden Damen Guſtav's Frau, und


