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Dritter Band. 189
„Ihn zu uns einladen?“ rief Adolf von Breeſen,„nun das fehlte wahrhaftig noch! damit die albernen Klatſchereien, die Lisbeth über Dich und ihn aufgebracht hat, doch ja unſterblich werden— ihn zu uns einladen? lieber wollte ich—“
„Ich bitte Dich, Adolf! ſei ſtill, der halbe Saal kann ja hören, was Du ſagſt.“.
„Höre, Kleine!“ ſagte der junge Mann in leiſem, aber ſehr be⸗ ſtimmtem Ton.„Das gefällt mir nicht. Du weißt, ich habe Dich lieb, wie ein Bruder nur ſeine Schweſter lieben kann; aber gerade deshalb muß ich dafür ſorgen, daß Du Dich in keine ſolche Thor⸗ heiten tiefer einläßt. Und ich werde dafür ſorgen, verlaß Dich d'rauf!“
Damit wandte er ihr den Rücken und ging den Anderen nach zum Saal hinaus.
Emilie hatte Mühe, ihre Thränen zurückzuhalten. Ihre Angſt wuchs mit jeder Secunde. Es nußte Rath geſchafft werden— ſo oder ſo. Das entſchloſſene Mädchen griff zu einem verzweifelten Mittel.
Sie ging auf Helene zu, die nicht weit von ihr mit andern Damen auf dem Divan ſaß und ſagte:
„Auf ein Wort, Helene!“
„Was iſt's?“ ſagte Helene, aufſtehend.
„Komm ein wenig weiter hierher.— Helene, Du haſt den Doctor Stein lieb, nicht wahr?“
„Wie kommſt Du darauf?“ erwiederte Helene und die Gluth ſchoß ihr in die bleichen Wangen.
„Gleichviel, ich habe ihn auch lieb; ich habe ihn ſehr lieb, wenn Du willſt— und deshalb bitte ich Dich, ſage ihm— Du kannſt es, ich kann es nicht, ſonſt würde ich es ſelber thun— er ſollte ſich aus der Geſellſchaft entfernen. Cloten und mein Bruder und die Andern ſind ſehr aufgebracht über ihn. Ich fürchte, ſie führen etwas gegen ihn im Schilde. Bitte, bitte, Helene, ſage ihm: er ſolle fortaehen — gleich— ich wäre außer mir, wenn ihm auch nur die geringſte Beleidigung von meinem Bruder oder von Cloten zugefügt würde.“
„Aber wo iſt er?“ ſagte Helene, welche die von Emilie ausge⸗


