Teil eines Werkes 
3. Band, Problematische Naturen : Roman : 3. Band (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dritter Band. 47

er;„ich will Dir den lieben Timm und das Sie anſtreichen, Du

Es war am deſelbeß, Znges Man hatte ſo eben die Mahlzeit, die bei gutem Wetter jetzt ſtets auf der Terraſſe einge⸗ nommen wurde, beendet und bereitete ſich zu einem gemeinſchaftlichen Spaziergange vor, den man, auf den Vorſchlag der Baronin, durch den Buchwald nach dem Strande machen wollte. Oswald hätte ſich ausſchließen mögen, da ihm in ſeiner augenblicklichen Stimmung die Geſellſchaft wirklich peinlich war, aber Felix, der ein großes Gefallen an dem ſchweigſamen, ernſten Mann zu finden ſchien, hatte ihn ſo lange gebeten, kein Störenfried und Spielverderber zu ſein, daß er ſich endlich, zu Bruno's großer Freude, zum Mitgehen entſchloß. So brach man denn auf und gelangte bald in den ſchönen Wald, wo in den grünen Zweigen noch die rothen Abendlichter ſpielten und die Vögel ſangen. Felir hatte der Baronin den Arm gegeben; Fräulein Helene ging an ihres Vaters Seite; Oswald, Albert und die Knaben und Mademoiſelle Marguerite gingen voran oder folgten, bald einzeln, bald paarweiſe, wie der ſchmale Waldweg es eben erlaubte. Felix, den ſein Arzt beſonders vor Erkältung gewarnt hatte, fand es im Wald doch kühler und feuchter, als er vermuthet, und er wünſchte im Stillen ſehnlichſt, daß die Partie ſich nicht zu ſehr in die Länge ziehen möchte. Indeſſen hielt er es natürlich für gerathener, dieſen ſeinen geheimen Wünſchen keine Worte zu leihen, ſondern dem reizen⸗ den Einfall„dieſes romantiſchen Spazierganges“ ein Compliment zu machen.

„Es freut mich, wenn ich damit Ihrem Geſchmack entſprochen habe, lieber Felix,“ ſagte Anna⸗Maria; ich geſtehe, ich hätte Ihnen ſo viel Sinn für die einfachen Freuden des Landlebens nicht zugetraut. Wie gut trifft es ſich, daß auch Helene dieſen Geſchmack theilt. Ihr werdet einmal ein recht verſtändiges, ſolides Leben führen, wie es ſich für eure Verhältniſſe ſchickt.“

„Nun, meine Verhältniſſe, liebe Tante—

„Werden ſich beſſern, ich bin davon überzeugt; aber Sie werden viel zu thun haben, lieber Felix, bis Sie ganz frei aufathmen können.

.