Teil eines Werkes 
3. Band, Problematische Naturen : Roman : 3. Band (1866)
Entstehung
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Dritter Band.

mir lieb, daß ich in Ihrer Equipage und in Begleitung Ihrer Leute fahren ſoll; der Gedanke einer ſo weiten Reiſe hat ſo viel weniger Peinliches für mich. Auf baldiges, köſtliches Wiederſehen, Du Viel⸗ geliebter! M. M. „Nun iſt das Vögelchen in's Garn gegangen,“ ſagte Albert, dieſen Brief, den letzten, zu den andern legend, und alle wieder ſorg⸗ fältig mit dem rothſeidenen Bande zuſammenbindend;„das Uebrige könnte man ſich zur Noth denken, wenn man es nicht aus der langen Geſchichte der alten Hexe, der guten Freundin meines ausgezeichneten Freundes Stein, wüßte. Ich glaube, die Alte könnte noch mehr er⸗ zählen, wenn ſie wollte. Ich muß mir ihre Gunſt zu erwerben ſuchen und mir freien Zutritt in ihre Salons verſchaffen. Sollte ſie nicht noch Manches aus dem Nachlaſſe von Fräulein Unſchuld in ihrem Beſitz haben, das zu weiteren Entdeckungen führen könnte? Die Kleine hat jedenfalls bei der eiligen nächtlichen Flucht ihre Kiſten und Kaſten nicht ſo ſorgfältig ausgekramt, und die Alte eine gute Nachleſe an Bändern, Strümpfen, Schuhen und warum nicht auch Briefen? ge⸗ halten. Das Alles mag in ſicherer Ruhe in der großen, hölzernen Lade, auf der ich wir an jenem Nachmittage die Rippen wund gelegen habe, ſeiner Auferſtehung entgegenſehen. Das iſt ein Gedanke!“ Albert war aufgeſtanden und hatte ſich vor den Spiegel geſtellt, wahrſcheinlich um zu ſehen, wie ſich ein ſo geiſtreicher Kopf denn eigentlich ausnehme.„Das iſt ein Gedanke,“ und er warf ſeinem Spiegelbilde eine Kußhand zu, welche dieſes in Anbetracht der Vor⸗ trefflichkeit des Originals freundlich erwiederte—„ein ganz famoſer Gedanke, den ich ausführen muß, es koſte, was es wolle. Vielleicht war der Schacherjude ein wirklicher rechter Ifraeliter und Abgeſandter des Monſieur d'Eſtein; vielleicht hat er der Kleinen nur einen Brief überbracht, in welchem der Plan der Flucht entworfen war, und dieſer Prief fände ſich, und mit dem Briefe in der Hand könnte man der lüchtigen auf die Spur kommen. Herr Timm hielt plötzlich in ſeinem Monologe inne und ſein Geſicht verdüſterte ſich:„Verdammt,“ murmelte er,„nun fehlt es wie⸗ der am Beſten, an dem nervus rerum, an der Wünſchelruthe, mit