Teil eines Werkes 
3. Band, Problematische Naturen : Roman : 3. Band (1866)
Entstehung
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Dritter Band. 37

und laſſen Sie ſich durch die beifolgende kleine Arbeit— ich habe ſie in dieſer Nacht gefertigt— manchmal erinnern an Ihre dankbare Marie Montbert.

„Nun iſt das Püppchen geknetet und zugerichtet,“ ſagte Albert, der mit einem gar ſeltſamen und unheimlichen Eifer— wie ein Be⸗ ſchwörer, der die Recepte eines Nebenbuhlers in der ſchwarzen Kunſt ſtudirt— die ſchon mehrmals geleſenen Briefe wieder las.„Dieſer Harald, das muß man ihm laſſen— war der richtige Rattenfänger. Ich möchte nur wiſſen, was für eine Sorte von Obriſt das geweſen ſein mag, der dem dummen Dinge das Märchen von der Bereſina aufband. Vielleicht der Teufel Oberſter, jedenfalls einer ſeiner Hel⸗ fershelfer— die Sache muß dem braven Harald ein ſchmähliches Geld gekoſtet haben. Indeſſen, es wurde zweckmäßig verthan, denn in Nr. 6 hat er ſchon ſehr bedeutende Progreſſen gemacht.

Nr. 6. Kaum kann ich zu mir ſelbſt kommen! Sie wieder hier! und hier um meinetwillen! hier, weil die Sehnſucht nach mir Ihnen keine Ruhe ließ! Mein Gott, mein Gott! wohin ſoll dies führen! Sie ſind ein reicher Edelmann— ich bin ein blutarmes Mädchen, das, mögen meine Ahnen geweſen ſein, wer ſie wollten— mit ſeiner Hände Arbeit ſich das tägliche Brod verdient. Meine Vernunft ſagt mir, daß aus dem Allen für mich nur Unglück über Unglück erfolgen kann, daß ich Sie fliehen, ich weiß nicht, was ich Ihnen geſtern geſagt, was ich Ihnen verſprochen habe— geben Sie mir mein Wort zurück! Ich kann Sie heute— ich darf Sie nie, nie wieder ſehen. Ich beſchwöre Sie, reiſen Sie wieder ab. Sie müſſen es, wenn Sie mich wirklich lieben. Leben Sie wohl viel tauſendmal!

Marie. B„Was ſo ein acht Tage Abweſenheit nicht Alles bewirken können,“ ſagte Albert, ſich die Cigarre, die ihm in dem Eifer des Leſens gus⸗ gegangen war, wieder anzündend,„Ihre Marie!“ ausgezeichnet! wie ſich der biedere Harald wohl in's Fäuſtchen gelacht haben mag, als er