Teil eines Werkes 
3. Band, Problematische Naturen : Roman : 3. Band (1866)
Entstehung
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Dritter Band. 35

Sie haben eine ganze Familie von der Verzweiflung gerettet. Ich ſelbſt konnte nichts mehr für meine armen Landsleute thun— als nur Gott bitten, ihnen einen Retter zu ſenden. Er hat Sie geſandt. Beweiſen Sie ſich dieſer Gnade würdig! Bedenken Sie, daß, wer Lohn begehrt, ſeinen Lohn dahin hat, und laſſen Sie nicht Ihre Linke wiſſen, was Ihre Rechte that. Ihre ergebene Dienerin Marie Montbert.

Nr. 3. Was wiſſen Sie von dem Schickſale meines Vaters? um Gotteswillen, mein Herr, ſpielen Sie nicht mit dem Herzen eines Kindes! Sie wollen von einem Obriſt der großen Armee, in deſſen Regiment er den Feldzug nach Rußland mitmachte, ganz genaue Ein⸗ zelheiten über ihn während der Cam pagne und die näheren Umſtände bei ſeinem Tode kurz vor dem Uebergang über die Bereſina erfahren haben. Es klingt dies Alles ſo unwahrſcheinlich— und doch, woher könnten Sie es wiſſen, wenn nicht aus ſicherer Quelle?— auch der Name des Obriſten, wie ich aus Briefen meines Vaters an meine Mutter erſehe, ſtimmt. Ich weiß nicht, was ich glauben ſoll— aber weshalb mir dieſe Mittheilungen, die, ich geſtehe es, von unendlichem Werth für mich ſind, nicht in meiner Wohnung— ich will ſagen: in der Wohnung der guten Frau, die bei mir ſeit langen Jahren Mutter⸗ ſtelle vertritt, machen? Weshalb dieſes geheimnißvolle Rendezvous? Weshalb ein Kind, das Nachricht von dem Tode ſeines Vaters wartet, zwingen, einen Schritt zu thun, den dieſer Vater, wenn er lebte, niemals billigen würde? Ich werde nicht umſonſt an Ihr Herz appelliren; ich weiß, daß es der Großmuth fähig ift.

Meine Wohnung iſt Marienſtraße 21. Wenn Sie die drei en⸗ gen Treppen nicht ſcheuen, ſe werde ich Morgen, Sonntag, zwiſchen 10 und 12 Uhr zu Ihrem Empfang bereit ſein.

8 Ihre ergebenſte Dienerin Marie Montbert.

Nr. 4. Sie beſtehen auf dem Rendezvous, das wie Sie ſagen, durchaus kein geheimnißvolles ſei, denn es fände auf offener Straße,