Zweiter Band. 175
ſelh vepummen; wollen Sie ſich darüber mit Mademoiſelle in Ein⸗ veäehmen ſetzen?“ Famos,“ ſagte Herr Timm,„gnädige Frau, ich muß Ihnen die Hand küſſen;“ und nachdem er den Worten die That hatte folgen 3 aſſen, zog er die kleine Franzöſin bei Seite, ihr das Recept zu einer famoſen Bowle“ mitzutheilen. Man war vielleicht eine Stunde plaudernd im Salon beiſammen zeweſen, Herr Timm hatte einige komiſche Lieder eigener Compoſition 3 im Clavier recht hübſch vorgetragen, einige komiſche Scenen, in denen rzu gleicher Zeit als zwei oder drei verſchiedene Perſonen auftrat ind mit zwei oder drei verſchiedenen Stimmen redete, aufgeführt,— urz, er hatte Alles, was in ſeinen Kräften ſtand, gethan, um die rach den erſten zehn Minuten ziemlich einſilbig gewordene Geſellſchaft u unterhalten, und trotz alledem die von ihm ſelbſt gebraute Bowle uch ziemlich allein ausgetrunken— als die Baronin zum Aufbruch nahnte. Herr Timm erbat ſich als einzigen Ehrenſold für ſeine Femühungen am heutigen Abend die Erlaubniß, den Damen vom 5 Heuſe die Hand küſſen zu dürfen, eine Erlaubniß, die ihm von der Beronin mit gnädiger Bereitwilligkeit, von Fräulein Helene aber nicht zugeſtanden wurde, die kurz und trocken, und die ſchönen Brauen ein wenig zuſammenziehend, bemerkte, der Künſtler müſſe ſeinen Lohn in ſich ſelbſt tragen. Herr Timm wollte dagegen Einwendungen erheben, 3 aber Oswald ſchnitt die weiteren Auseinanderſetzungen ab, indem er it „gute Nacht“ wünſchte und mit Bruno(Malte hatte ſich ſchon früher entfernt) das Zimmer verließ und ſo Herrn Timm, der in demſelben it Theile des Schloſſes wohnte, zwang, ſich ebenfalls zu empfehlen. Ueberhaupt hatte Oswald ſeinen neuen Freund heute Abend nicht gerade freundlich behandelt und es gehörte die ganze Gutmüthigkeit 3 und Anſpruchsloſigkeit dieſes Letzteren dazu, ſich dadurch in keiner. Weiſe ſtören zu laſſen, und in ſeinem übermüthigen Geſchwätz fort⸗ zufahren, bis ſie ſich, vor ihren Thüren angekommen, trennten. 3 „Gott ſei Dank!“ ſagte Oswald, als er ſich mit Bruno in ſeinem. Zimmer allein ſah;„endlich ſind wir den läſtigen Schwätzer los. d ich habe Dich noch gar nicht um Verzeihung bitten können, daß neulich beim Abſchied ſo kalt und gleichgültig war, Dir noch nicht


