Teil eines Werkes 
2. Band, Problematische Naturen : 2. Band (1866)
Entstehung
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Zweiter Band.

Nun wohl, die Sache iſt kurz und bündig die: Cloten liebt Hortenſe!

O! und vice versa: liebt Deine Frau auch dieſen liebenswür⸗ digen Jüngling?

Der Teufel ſoll ihn holen.

Ein höchſt chriſtlicher Wunſch, dem ich mich von ganzem Herzen anſchließe. Seit wann ſpielt dies romantiſche Verhältniß?

Seit wir von unſerer Reiſe zurück ſind.

Und welche Beweiſe haſt Du?

Tauſend!

Und was gedenkſt Du zu thun?

Herr Gott des Himmels, Oldenburg, Du fragſt, als ob es ſich um eine Whiſtparthie handelt! Umbringen will ich den Schuft, mit der Hetzpeitſche will ich ihn von meinem Hofe jagen, ihn und ſeine Maitreſſe.

Bon! Und willſt Du mir einen dieſer tauſend Beweiſe nennen?

Nun, ich dächte der heutige Abend wäre Beweis genug. Erſt läßt ſie ſich von ihm zu Tiſche führen, hernach coquettirt ſie mit ihm auf eine unverſchämte Weiſe

Halt, wer hat Dir das geſagt?

Der junge Grieben.

Dann ſage dem jungen Grieben, daß er ſein Spatzengehirn zu etwas Beſſerem verwenden könnte, als ſo alberne Geſchichten zu er⸗ finden und ſie Dir zuzutragen. Ich habe näher geſeſſen, als er, und bin mindeſtens kein ſchlechterer Beobachter, und ich ſage Dir, daß Deine Frau und Cloten ſich über Tiſche ſo anſtändig benommen haben, wie man es nur von einem Edelmann und einer Edelfrau erwarten kann. Und dann bedenke doch gefälligſt, daß das ganze Arrangement nur ein Einfall, und, wie ich jetzt ſehe, ein ſchlechter Einfall von mir war.

Ich kann mich darauf verlaſſen, Oldenburg?

Ich meine gewöhnlich, was ich ſage.

Aber es iſt doch wahr! knirſchte von Barnewitz.

Lieber Freund, ich kann darüber gar nicht urtheilen, und Du würdeſt mich alſo ausnehmend verbinden, wenn Du mich aus dem Handel ließeſt. Willſt Du aber meinen freundſchaftlichen Rath, ſo

ſteht er Dir gern zu Dienſten.