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und den er jetzt für immer zu verlieren im Begriff war? Wie würde ihr Lachen verſtummen, das, ſilberhell von Zeit zu Zeit das Geſchwirr des Geſpräches übertönend, ſein Ohr ſchmerz⸗ lich füß berührte? wie von ihrem holden Geſicht mit jedem Worte, welches er ſprechen würde, das ſonnenhelle Lächeln ſchwinden und ſchwinden, und doch— es mußte geſagt ſein!
Meine Verehrten, wollen Sie mir ein paar Worte erlau⸗ ben—
Auf keinen Fall, unterbrach ihn der Doktor, der ihn trotz der Poſſen, die er trieb, fortwährend ſcharf beobachtet— er will eine Rede halten!— erlauben Sie es nicht, gnädige Frau!
Unbedingt nicht! rief Aennchen, ſich aus einer ſcheinbar ſehr eifrigen Unterhaltung mit dem Aſſeſſor ſchnell umwendend— nur bei Tiſch! ich ſchwärme für Tiſchreden, der Papa iſt groß darin— ja, ja, Papachen, das biſt Du!— unſer Herr Aſſeſſor hier, müſſen Sie wiſſen, Doktor, hat für ſeine Toaſte einen rheiniſchen Weltruf und verdient ihn; von Ihnen, lieber Dok⸗ tor— nach der Rede, die Sie mir heute bereits gehalten— erwarte ich Großes; und, Lebrecht, Du mußt auch reden— wahrhaftig!— Du magſt wollen oder nicht; ich habe Deine Herren nun doch gebeten— ich wundere mich, daß ſie noch nicht hier ſind— alle, auch die jungen Leute aus unſerem La⸗ den. Ja, ja, Mamachen, wir haben auch einen Laden! einen richtigen Viktnalien⸗ und Colonialwaaren⸗Laden, der ſchon, ich weiß nicht wie lange, in der Familie iſt, und in dem man fak⸗ tiſch Alles haben kann, was man nur in der Küche gebraucht. Ich darf ſagen: ich habe mich auf das ganze prächtige alte Haus nicht ſo gefreut wie auf meinen Laden. Denn Du mußt wiſſen, Mamachen, daß mir Lebrecht zu unſerer Verlobung die Einkünfte des Ladens als Taſchengeld geſchenkt hat— jähr⸗ lich, Mamachen, ein paar tauſend Thaler!— Wir wollten
Fr. Spielhagen, Skelet im Hauſe. 10


