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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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deren ehrlichen Leuten die Haare zu Berge ſtehen, oder eine heimtückiſch ſchleichende, die Ihrer Wiſſenſchaft Hohn zu ſprechen ſcheint, nicht einen intereſſanten Fall? Iſt es nicht Ihre Fflicht und Ihre Luſt zugleich, jedes verdächtige Symptom zu beo⸗ bachten, zu unterſuchen? und gründen Sie Ihre Schlüſſe über die Natur der Krankheit nicht auf dieſe Beobachtungen, dieſe Unterſuchungen? Sind die Symptome, die ich Ihnen für mei⸗ nen Fall aufgezählt, nicht verdächtig genug? Sind ſie nicht derart, daß jeder Staatsanwalt der Welt darauf hin den Mann ſofort verhaften laſſen würde? Der junge Menſch iſt lebend nicht aus dieſem Raum gekommen das ſteht für mich ſo feſt wie die Sonne am Himmel. Wo er geblieben? ja, Ver⸗ ehrteſter, darüber habe ich mir fünf Wochen lang den Kopf zerbrochen, bis mir heute Abend die überraſchende Denuncia⸗ tion gemacht wurde, die Sie eine plumpe Myſtifikation zu nennen belieben. Gut! wir werden ja ſehen, was daran iſt. Man wirft einen Kadaver nicht in einen Schrank und läßt ihn da ſechs Wochen liegen. Zugegeben, aus mehr als einem Grunde! Ich glaube auch nicht an den geheimen Gang, aber ich kenne aus einem alten Bauplane, den mir unſer Stadtbau⸗ meiſter aus der Regiſtratur aufgeſtöbert hat, die Conſtruction dieſes Hauſes ganz genau; die Mauern ſind dick genug, daß hinter oder unter dem Schrank, der mir übrigens ſchon längſt verdächtig war, ſehr wol ein geheimes Verließ oder dergleichen ſein kann; da in jener vorſpringenden Ecke am Fenſter Sie ſehen, wie genau ich orientirt bin, obgleich ich nie vorher in dieſem Zimmer geweſen muß der Schrank ſein. Und in dieſem Augenblick wie einem doch an Ort und Stelle ſo merkwürdige Gedanken kommen! wo iſt das Schild ge⸗ blieben? das Schild, das unter dem Fenſter bis zu jener Nacht gehangen hat und in jener Nacht verſchwunden iſt?