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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Schlüſſel nehmen laſſen, und nun muß ich ſterben! Und dann war es finſtere Nacht, und aus der Nacht flammte ein leuch⸗ tender Blitz herab wie ein funkelndes Schwert—

Mit einem gellen Schrei fuhr Aennchen aus ihrer gräß⸗ lichen Viſion in die Höhe— vor ihr ſtand der Mann, den ſie erwartet.

Ich bitte um Entſchuldigung, ſagte der Mann; man hat mich hier hereingewieſen. Ich ſoll der gnädigen Frau eine Empfehlung von dem Herrn Aſſeſſor machen und dieſen Brief abgeben.

Die heiſere Stimme des alten Polizeidieners bebte, als er dies ſagte, und die große braune Hand, mit der er den Brief hinreichte, zitterte; und er wunderte ſich, daß die kleine weiße Hand, die ihm denſelben abnahm, ſo feſt war, und daß die ſchöne junge Dame, die nun an den Tiſch trat, um den Brief im Lichte der Lampe zu leſen, ganz aufrecht ſtehen

blieb und den Brief ruhig durchlas und auf den Tiſch legte

und dann, ſich zu ihm wendend, ruhig ſagte: Es iſt gut, ich danke Ihnen.

Kabelmann ſchüttelte den Kopf. Keine Urſach', gnädige Frau, und mit Verlaub, gnädige Frau— ich bin ein guter Freund von dem Herrn Gemahl und von dem Herrn Doktor — und darf ich fragen: was der Herr Aſſeſſor Ihnen da ge⸗ ſchrieben hat?

Nur, daß er in einer halben Stunde mit dem Herrn Dok⸗ tor kommen wird, um uns und meine Eltern zu begrüßen; wir kennen den Herrn Aſſeſſor ſchon ſehr lange.

Und als ſie das ſagte, lächelte ſie ſo ſeltſam— dem Ka⸗ belmann lief es eiskalt über den Rücken. Er ſagte im Flü⸗ ſterton: