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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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einem philoſophiſchen Blick nach den blankgeſcheuerten Keſſeln auf dem großen Küchenſchrank.

Wie eine Katze ſieht ſie nun gar nicht aus, fagte Dörthe; ſie hat ſo gute treue Augen; und ſo ſchön, wie die iſt, und ſo rank und ſchlank im Leibe, und wie ihr das braune Reiſekleid ſtand— ne, Frau Uelzen, ſo was giebt's hier bei uns zu Lande nicht; da iſt ſelbſt die Frau Senator Zingſt gar nichts dagegen. Ein bischen luſtiger freilich— das könnte nicht ſchaden. Du lieber Gott, wenn ich das denke: ſo jung und ſo ſchön und ſo reich, und einen jungen, ſchönen, reichen Mann—

Ich danke Gott, daß ich nicht in ihrer Haut ſtecke, jagie Frau Uelzen.

Das Mädchen lachte überlaut. Das ſollte ſchwer halten, Frau Uelzen, ſagte ſie.

Wir werden's ja erleben, ſagte Frau Uelzen; das heißt: ich hier nicht. Ich bin die längſte Zeit hier geweſen.

Das ſagen Sie ſo, Frau Uelzen.

Das ſage ich nicht ſo, das iſt ſo! erwiderte Frau Uelzen eifrig; eine, die bei ſo vielen Herrſchaften geweſen iſt wie ich, die weiß, wenn der Topf ein Loch hat, und beim Auskehren, da findet es ſich. Das iſt hier gerade wie bei Baron Grieben, wo ich fünf Jahre lang Ausgeberin war, der die junge Com⸗ teſſe Puſtow heiratete, und es gingen keine acht Tage in's Land, da hat er ſich todtgeſchoſſen in ſeiner eigenen Schlafſtube, denn was die junge gnädige Frau war, die ſchlief am anderen Ende vom Schloſſe und—

Frau Uelzen rückte ihren Seſſel ein paar Zoll näher und ſagte in geheimnißvollem Ton:

Er hat ſechs Zehen an dem rechten Fuß gehabt; die Leichen⸗ frau, die ihn gewaſchen, hat es mir ſelbſt erzählt.

Herr Gott! rief Dörthe, die roten Hände zuſammenſchla⸗