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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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von deiner lieben Stirn, mein geliebter, königlicher Herr! ſie kleidet dich gar nicht gut und iſt überdies ein ſträflicher Zwei⸗ fel an meiner Liebe, oder ſoll ich an der deinen zweifeln?

Ach, ſie hatte an ſeiner Liebe nicht gezweifelt, nicht eine Sekunde! und doch war jene Wolke, die ſie mit dem erſten Male für immer weggeküßt zu haben glaubte, wieder und wie⸗ der gekommen und war dunkler und dunkler geworden, wie die Aſchendecke da dichter und dichter über die verglimmenden Koh⸗ len ſank. Und ſie hatte auf ihrer Hochzeitsreiſe bemerkt, daß dieſe Dunkelheit in dem Maße zunahm, als ſie ſich ſeiner Hei⸗ mat näherten; ja, ſie erinnerte ſich nachträglich ganz genau, wie mit dem Tage, als ſie vom Comer⸗See aufbrachen, um über Venedig, Wien, Prag und Dresden zurückzukehren, ein Wendepunkt in ſeiner Stimmung eintrat. Sie hatte gegrübelt und gegrübelt, was es nur ſein könne? was durch ſeine Seele gehe, wenn er ſo Minuten ja, ſpäter Stunden lang in den Theatern, auf den endloſen Eiſenbahnfahrten vor ſich hinbrü⸗ tete, um dann plötzlich jedesmal nach einem verſtohlenen Blick auf ſie, die ihn ſchweigend beobachtet hatte die unter⸗ brochene Unterhaltung wieder aufzunehmen oder eine neue zu beginnen. Waren es geſchäftliche Sorgen? er hatte ſie ver⸗ ſichert, es ſei nichts der Art; fühlte er ſich krank? er war nie wohler geweſen; liebte er ſie nicht mehr? er ſchloß ihr den Mund mit leidenſchaftlichen Küſſen; war er nicht glücklich?

Es blieb zuletzt keine andere Frage; und eben, weil keine andere blieb, konnte ſeine Verſicherung, daß er glücklich ſei, ja, daß er den Ueberſchwang des Glückes, mit dem ihre Liebe ihn überſchütte, kaum zu faſſen vermöge, ſie nicht beruhigen. Denn jetzt war es nicht mehr die allzu bewegte geſellſchaftliche At⸗ moſphäre des elterlichen Hauſes, die ihn ſo bedrückt hatte; jetzt

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