316 P. unſerem ehemaligen Nokar? ich muß ihn auffin⸗
den, er iſt der einzige Mann, auf den ich vertraue.“
Herr Simon bemerkte, daß Fräulein von Prosnh das Herz von ihren achtzigtauſend Franken ſo voll hatte, daß nichts Anderes mehr darin Raum fand; er wandte ſich mit Ekel von ihr ab und verließ das Haus, um ſich zu Herrn von Belleſtar zu begeben.
So aufrichtig und mächtig auch Herrn Simons Unruhe war, ſo fehlte es ihr doch an einem feſten Grunde. Er hatte wohl einen Gedanken von der Mög⸗ lichkeit eines Duells zwiſchen Herrn von Prosny und dem
Marquis, da ihm jedoch, durch einen leicht begreiflichen
Zufall, unter den vielerlei Sorgen und Obliegenheiten det vorhergehenden Tage der Beſuch von Herrn von Belle⸗ ſtar bei Silveſtre unbekannt geblieben war, ſo konnte er ſich nicht einbilden, wie ein ſolches Duell herbeigeführt worden ſeyn möchte. Der Brief des Marquis ſagte
ganz klar, daß er Genugthuung für eine empfangene
Beleidigung haben werde. Aber auch bei der Scene am erſten Jantar war eine Beleidigung vorgekommen, und der Marquis ſprach vielleicht nur von einer zu verlan⸗ genden Genugthuung. Anderer Seits befürchtete Herr
Simon einen verzweifelten Entſchluß von Silveſtre, einen
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Selbſtmord, eine Abreiſe. Wie ſich auch die verſchiedenen Vermuthungen in dem Kopſe des Sachwalters durchkreu⸗ zen mochten, er ging zu dem Marquis von Belleſtat mit dem feſten Entſchluß, dieſem Herrn eine Höflichkeits⸗ Lektion zu geben, und obgleich Herr Simon keines Wegs
Luſt hatte, einen Degenſtich in einer Heiraths⸗Angelegen⸗
heit zu wagen, ſo fuͤhlte er ſich doch auch durchaus nicht „ geneigt, nur einen Schritt vor den Beleidigungen, denen er entgegenſah, zurückzuweichen, und ſollte er ſie bis zum
Bois de Boulogne*) verfolgen müſſen. Es gab ſogar
6) Wäldchen in der Nähe von Paris, wo die meiſten Duelle vorfallen.
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