312 Sie auch von mir denken mögen, ſo vergeſſen Sie doch nicht, daß ich ſtets in meinem Herzen eine heilige Dank⸗ barkeit für Ihre Güte, und eine unveränderliche Achtung für die Frau, die Ihren Namen trägt, und für Diejenige bewahrt habe, der ich den meinigen angeboten haben würde, hätte ich mich ihrer würdig geglaubt. — Silveſtre von Prosny.“
Der Brief von Herrn von Belleſtar brachte Herrn Si⸗ mon dergeſtalt in Aerger, daß er es kaum vor ſeiner Gattin verbergen konnte, und der von Silveſtre flößte ihm Be⸗ fürchtungen ein, die er ſich durchaus nicht zu verhehlen ſuchte. Danes indeſſen ſchon ſehr ſpät war, ſo mußte unfer Sachwalter die Entwürfe, die ihm der Aerger dik⸗ tirte, und die Schritte, die ihm ſeine Befürchtungen ein⸗ gaben, auf den andern Tag verſchieben.
Den 6. Januar 1844.
Herr Simon war nicht der Mann, der den Brief des Herrn von Belleſtar ohne eine kräftige Antwort hingenom⸗ men hätte. Hatte der Marquis auch hundertmal Recht, wenn er ſagte, die wahre Urſache des Bruches ſeiner Ver⸗ bindung mit Sabine ſey nicht in ihren Skrupeln, ſondern in ihrer Liebe für Silveſtre zu ſuchen, hatte er auch den Beweis für ſeine Behauptung in Händen, ſo berechtigte ihn dies doch nicht zu ſeinen übel angebrachten Ungeze⸗ genheiten. Die Urſachen, die ihm der Vormund angege⸗ ben hatte, mußten, nach ſeinem Bedünken, den Marquis befriedigen, ſobald ſie ſeine Ehre und ſeine Würde ſchütz⸗ ten. Was konnte Herr Simon mehr thun, als alles Un⸗ recht dieſes Bruchs, wenn nicht Sabinen ſelbſt, doch we⸗ nigſtens ihrer Stellung und der gerechten Empfindlichfeit


