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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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glaubt, geſagt hätte, es ſey ein Irrthum, ein Wahn ihrer Seele, die Verirrung einer ſchmerzlichen Em⸗ pfindlichkeit.

Und ſelbſt dann, mein Herr, wenn das Gefühl, das mich die Tugend lieben macht, nicht in mir vorgewaltet hätte, wie verächtlich denken Sie von dem Mann, den Sie Ihren Freund genannt haben, daß Sie ſo leicht glauben, ich habe einem Mädchen gegenüber, das Ihnen kheuer iſt, die einfache Achtung vergeſſen können, die man den Neigungen derer ſchuldig iſt, die man liebt; daß ich vyr einem unſchuldigen, leidenden Herzen die Röhheit gehabt habe, mich mit der harten Hand auf den Schmerz zu ſtützen, den ſie mich ſehen ließ. Selbſt, wenn ich nur die herkömmliche Höflichkeit der Leute be⸗ ſäße, die zu grüßen wiſſen, würde ich nicht die gehäſſige Antwort gegeben haben, der Sie mich beſchuldigen, und ſollte ich auch ſo ſehr durch meine Armuth entartet wor⸗ den ſeyn, daß ich ſte im Herzen trüge. Weiß ich denn nicht, daß es tauſend höfliche Mittel gibt, ein Anerbieten zurückzuweiſen, das man nicht annehmen will, ohne ſich des verletzendſten, des feigſten zu bedienen.

Und Sie haben nichts zu meiner Vertheidigung gefunden, und ich werde vielleicht ja vielleicht werde ich in den Tod gehen wer weiß, mit der Verzweif⸗ lung, die Seele dieſes Himmelskindes, das unter den Zügen Ihrer Sabine lebt, verwundet zu haben.

Oh! mein Herr, Sie ſind weder edelmüthig, noch gerecht gegen mich geweſen. Nein, und Sie wiſſen beſſer, als irgend Jemand, daß Sie mich nicht hätten für ſchul⸗ dig halten ſollen.

Haben Sie jene Stunde vergeſſen, wo Sie mich aufforderten, die Rechnungen über die Verwaltung des Vermögens von Fräulein Durand, wegen ihrer bevor⸗ ſtehenden Heirath mit Herrn von Belleſtar, zu machen? Sie haben den Schrei meines Schmerzes vernommen,