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„Das kann nicht ſo endigen; ich werde mir Rechen⸗ ſchaft über dieſe Geſchichte verſchaffen!“
Dieſer Tag ging vorüber, ohne daß Madame Si⸗ mon Aufklärung von Sabine erhalten konnte. Die gute, liebenswürdige Frau fand jedoch für ihre Mündel Worte, welche bis zu Thränen in das Herz dringen, und die, einen Weg zu dem Schmerz bahnen, der darin gährt und es zu ſprengen droht. Aber der Schmerz Sabinens ſchien trocken, wie ihre Augen, dürr und brennend, wie ihr Körper, den das Fieber verzehrte, ohne ihn zu ſchütteln. Madame Simon forderte ihre Mündel auf, zu Bette zu gehen, und dieſe that, was man von ihr verlangte, mit jenem entſchloſſenen Gehorſam, der ſein ganzes Weſen, mit Ausnahme eines Ortes, wohin nichts zu gelangen permag, dem Willen Anderer überläßt.
Doch was that Herr Simon? was wurde aus Sil⸗ veſtre? Ich werde es morgen erfahren, und morgen ſagen.
Den 5ten Jan. 1844.
So eben habe ich den Brief zerriſſen, den ich Ih⸗ nen geſtern geſchrieben hatte, und worin ich Ihnen Re⸗ chenſchaft von den Vorgängen am dritten gab; meine Mittheilung beſchränkte ſich auf die Nachricht, daß Sa⸗ bine auf eine ſo bedenkliche Weiſe krank war, daß Ma⸗ dame Simon ganz in Verzweiflung gerieth, und Herr Simon vom heftigſten Aerger ergriffen wurde. Ich er⸗ zählte Ihnen auch im Detail alle unnützen Gänge unſeres Sachwalters, um Silveſtre aufzuſuchen, der nur einen Augenblick bei ſeiner Tante erſchienen war, ohne ihr je⸗ doch zu ſagen, wohin er ſich begeben würde. Ich habe dieſes Schreiben vernichtet, weil die mir ſo eben anver⸗ trauten Briefe Ihnen viel beſſer, als ich es thun konnte, erklären werden, was an dieſem Tage vorge⸗ fallen iſt.


