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Von Tag zu Tag : Gegenstück zu den "Pariser Mysterien" von Eugen Sue : vier Theile / von Frederic Soulié ; nach dem Französischen von August Zoller
Entstehung
[Giessen] [2025]
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22 Name war mit hundert und zwanzig tauſend Livres Renten von Gütern in der Normandie vergoldet, und nach Herrn Simons Worten hatten die Pachtverträge, die dieſe herrlichen Einkünfte bildeten, mehr Werth, als das gothiſch'ſte Pergament, und ſollte es auch ein Marquis⸗ oder Herzogs⸗Diplom enthalten.

Mochte Silveſtre das kleine Spiel des Fräuleins Durand errathen haben, oder geſchah es aus irgend einer andern Urſache, er trat mit ſehr mißſtimmtem Ausſehen in den Speiſeſaal.

Silveſtre bemerkte Sabine an einem Ende der Tafel, und ſetzte ſich, als befürchtete er, man möchte ihm einen Platz anbieten, wodurch er ihr zu nahe kommen würde, an das andere Ende, wo mehr die geeignete Stelle für den jüngſten Schüler geweſen wäre, dem man heute aus⸗ nahmsweiſe eine Theilnahme geſtattet hätte. Herr Si⸗ mon, ob er nun durch ein freundliches Wort das Un⸗ paſſende dieſer Anordnung gut machen wollte, oder ob ein andres Motiv zu Grunde lag, hielt ſeine Frau zurück, als ſie eben im Begriffe war, Herrn Silveſtre einen ſchicklicheren Platz zu bezeichnen, und rief:

Es iſt ganz gut ſo.. die zwei Kinder des Hauſes jedes an einem Ende der Tafel.

Herrn Simon's Ausruf hatte keinen Erfolg. Fräulein Sabine verzog den Mund auf eine höhniſche Weiſe, daß ſie ſich auf ein Niveau mit Herrn Silveſtre geſtellt ſah, und dieſer, der bei einer ſolchen Gleichſtellung hätte ge⸗ ſchmeichelt erſcheinen ſollen, zitterte auf ſeinem Stuhle, als ob man ihm eine grobe Beleidigung geſagt hätte.

Der Herr Marquis von Belleſtar hatte indeſſen den kleinen Verdruß auf Sabinens Anklitz wahrgenommen, und wußte ihr viel Dank dafür. Er richtete ſeinen Blick auf den Schreiber, deſſen üble Laune deutlich hervor⸗ trat, und ſagte ziemlich laut zu Madame Simon, neben der er ſaß:

Dieſer Herr hat alſo ſeine ganze Familie verlyren, daß er ſo troſtlos ausſieht?