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Den 25. December.
Es war geſtern Abend; der Salon von Herrn Si⸗ mon, dem Sachwalter, war wie für einen Ball beleuchtet, und die Tafel im Speiſeſaale gedeckt. Bereits ſchlug es zehn Uhr und noch hatte ſich Niemand eingefunden. Madame Simon(eine Frau von ſechs und dreißig Jah⸗ ren, von hübſcher Geſichtsbildung, guter Tournure und dabei höchſt einfach in ihrem Anzuge) ging ab und zu, um ſich zu überzeugen, ob man ihre Befehle gehorig vollzogen hätte. Ein junges Fräulein ſaß vor dem Pianv und ſpielte ohne Aufmerkſamkeit einige Contre⸗ tänze. Von Zeit zu Zeit entſchlüpfte ihr ein leichtes Gähnen, und ſo oft ſie ein Blatt der vor ihr aufgeleg⸗ ten Muſikalien umwandte, warf ſie einen verächtlichen Blick in den Salon, und murmelte, mit der Miene ei⸗ nes launiſchen Fürſtenkindes, die den Wohlanſtand ver⸗ letzenden Worte:
ee Langeweile! Mein Gott, welche Lange⸗ weile!“
Dieſes junge Fräulein war auf eine merkwürdige Weiſe gekleidet, ſo daß man ſagen konnte, ſie ſey für ein Feſt durchaus nicht hinreichend geſchmückt, und für ein Mädchen von dieſem Alter viel zu reich angethan. Sie zählte ſechszehn Jahre; ihr Kleid von perlgrauer Seide war von ohen bis unten mit Knöpfen von weißem Schmelz geſchloſſen; unter den bis zum Ellenbogen offenen Aermeln fah man zweite Aermel von prachtvollen Spitzen. Ihre Haube(ſie trug eine Haube) aus Pointen alt ve⸗ nezianiſcher Arbeit hatte beinahe den Werth eines voll⸗ ſtändigen Schmuckes, und ſie trug endlich am linken


