Teil eines Werkes 
1. Band, Problematische Naturen : 1. Band (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28 Problematiſche Naturen.

durch fleißiges Lecken in eine Verfaſſung zu bringen ſuchte, wie ſie dem Ehrgeize einer reſpectablen Kuhmutter, die etwas auf ſich und die Ihrigen hält, wünſchenswerth ſcheinen mag. Auf dem Dünger vor dem Stalle ſcharrten die Hühner, unbekümmert um den Streit zweier junger Hähne, die über einen unglücklichen kleinen Käfer, der auf dem Rücken liegend in ruhiger Ergebung ſein Schickſal erwartete, in Unfrieden gerathen waren. Ein alter Hahn, welcher der Vater der beiden feindlichen Brüder ſein mochte, war auf eine Wagendeichſel geflogen und krähte einmal über das andere, entweder aus Freude über den ritterlichen Sinn ſeiner Sproſſen, oder um eine Wolke zu ſignaliſiren, die eben über das Scheunendach heraufkam. Auf dem einen Ende des Daches ſaß eine Störchin auf ihrem Neſt. Der Storch kam eben herbeigeflogen und brachte die Beute ſeiner Jagd,

eine kleine Schlange, mit nach Hauſe. Die Störchin klapperte bei

dieſem Anblick vor Vergnügen; der Storch, im Bewußtſein erfüllter Pflicht, blieb ihr die Antwort nicht ſchuldig. Von dem kleinen Teiche

lichen Hofes an einem warmen Sommernachmittag betrachtet; Bruno

den ſchweigſamen Kutſcher über die beiden einzigen Themata, bei 6

denen man es mit einiger Ausſicht auf Erfolg konnte, über ſeine Pferde und ſeinen Kater, in eine Unterhaltung zu verwickeln geſucht; Malte ſich unterdeſſen gelangweilt, da er überhaupt nur ſehr wenigen Dingen Geſchmack abgewinnen konnte, und zu dieſen Dingen Enten und Hühner, wenigſtens ſo lange ſie im Licht der Sonne wandelten, ſicherlich nicht gehörten. Er drang deshalb darauf, den Spaziergang fortzuſetzen, und ſo gingen ſie denn von dem Hofe durch das Dörf⸗

ſchien ein Knecht ſeinen Wagen im Graben umgeworfen oder feſt⸗ gefahren zu haben. Die Pferde ſtanden quer über den Weg u er zerrte an ihnen herum und fluchte und ſchimpfte, wie das

cheñ jämmerlicher kleiner Kathen, um auf das Feld zu gelangen. In

.