Teil eines Werkes 
1. Band, Problematische Naturen : 1. Band (1866)
Entstehung
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24 Problematiſche Naturen.

ob das unverhoffte Glück, einen Menſchen zu finden, der ihn liebte und den er wieder lieben dürfe, ihn blende und verwirre; und dann war all die ſtürmiſche Zärtlichkeit ſeiner Seele, die er ſo lange und ſo ſorgſam hatte verſchließen müſſen, hervorgebrochen, mächtig un⸗ widerſtehlich, wie ein Bergſtrom, der die Felſenſchranken geſprengt hat und jauchzend in das Thal hinunterſtürmt.

Wiſſen Sie, ſagte der Knabe da zu Oswald,daß ich ſchon im voraus entſchloſſen war, Sie zu haſſen?

Warum? Bruno, iſt der Haß für Dich ſo ſüß?

Ach nein! aber ich glaubte, es ſeien alle Erzieher wie unſer erſter, und da dachte ich, was dem Einen recht iſt, iſt dem Andern billig.

Und wie war denn Herr Bauer? 8

Nun, er machte ſeinem Namen Ehré, ſagte der Knabe ſpöttiſch.

Ei, ei, mein ſtolzer Junker, willſt Du mir den Bauer ver⸗ achten?

Gewiß nicht! rief der Knabe eifrig,mein Vater war ſelbſt ein Bauer, trotzdem daß er ein Edelmann wot⸗ ich habe ihn oft genug hinter dem Pfluge hergehen ſehen aber dieſer Mann war roh und plump wie ein Bauer und feig dazu. Einmal, nach Tiſche ich weiß nicht, was ich wieder verbrochen hatte ſchlug er mich in's Geſicht, weil Tante zugegen war und er glaubte, er thue ihr einen Gefallen. Ja, er ſchlug mich und das Auge des Knaben blitzte auf bei der Erinnerung an dieſe Schmach und die Zornesader auf ſeiner bleichen Stirn ſchwoll.

Und da, Bruno?

Da nahm ich das Meſſer, das vor mir auf dem Tiſche lag und ſprang auf ihn ein, und der Elende lief vor mir, um Hülfe ſchreiend, zur Thür hinaus. Und als ich das ſah und die e. Geſichter um mich her, mußte ich lachen und ging unbeläſtigt ag dem Saale. Und ich wäre am liebſten gleich in die weite Welt rannt, aber Onkel kam hinter mir her und verſprach mir, der Merſch ſolle nun und nimmer wieder Hand an mich legen dürfen. Onkel 4

gut; Sie glauben nicht, wie gut er iſt; aber er fürchtet ſich vor det