Teil eines Werkes 
1. Band, Problematische Naturen : 1. Band (1866)
Entstehung
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Erſter Band.

zogen durch Oswald's Seele, während er in ſeinen Freiſtunden allein, oder mit ſeinen Zöglingen in Garten, Feld und Wald umherſtreifte, ſich von Tage zu Tage mehr für das Landleben begeiſterte, und wenn er des Morgens, ehe die Unterrichtsſtunden begannen, noch ſchnell einmal in den Schloßgarten geeilt, in die thaufriſchen Kelche der Blumen geſchaut und ſich am Geſang der Vögel entzückt hatte, ſchlechterdings nicht mehr begreifen konnte, wie es die Menſchen in den Städten, wie er ſelbſt es nur jemals in der Stadt habe aus⸗ halten können.

Und in der That hätte Schloß Grenwitz und ſeine Umgebung auch wohl einem durch landſchaftliche Schönheiten verwöhnteren Auge das lebhafteſte Intereſſe abgewinnen müſſen, obgleich es von den Touriſten, die alljährlich die Inſel durchſchwärmten, niemals aufge⸗ ſucht, höchſtens von Einem oder dem Andern zufällig aufgefunden wurde, der ſich dann nicht genug wundern konnte, wie ein ſo lieblicher und in vieler Hinſicht ſo merkwürdiger Punkt in ſeinem Reiſehand⸗ buche, in welchem doch ſonſt jeder nichtsnutzige Gaſthof verzeichnet ſtand, übergangen ſein konnte, blos weil er eine Meile von der großen Landſtraße entfernt lag.

Das Schloß trägt noch bis auf den heitigen Tag die Spuren von dem Reichthum und der Macht des alten ritterlichen Geſchlechts derer von Grenwitz, das ſeit undenklichen Zeiten hier begütert geweſen iſt, und die Burg zu ſeinem Schutz und den benachbarten Baronen zum Trutz in der Mitte des vierzehnten Jahrhunders erbaute. Das nntere Stockwerk des einen Flügels mit ſeinen rieſigen Quaderſteinen ſtammt noch aus dieſer Zeit, ebenſo wie der gewaltige runde Thurm, in welchem jetzt das alte und das neue Schloß zuſammenſtoßen. Das neue Schloß wurde gegen das Ende des ſiebzehnten Jahrhunderts in dem zopfigen Styl jener Zeit gebaut und nimmt ſich mit ſeinen ver⸗ ſchnörkelten Säulen und wunderlichen Ornamenten neben dem alten ſchmuckloſen Thurm, mit welchem es jetzt in einer Front lieg⸗, aus, wie ein zierlicher Herr aus Louis XIV. Zeit neben einem eiſengehar⸗ niſchten Kämpen aus den Tagen von Crech und Poikiers.

Ein zwanzig Fuß und darüber hoher Wall, der in ein noch weit ehrwürdigeres Alter hinaufragt, als ſelbſt der alte Thurm, umgiebt

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