Erfr Band.
i ſi. Es muß, fürchte ich, eine Wahl⸗ pätten g 3 3 und meinem Weſen eriſtiren, oder wir ſen auf 6 finden ſo rückhaltslos gegen einander aus⸗ ZB und Wit»ſtehen können. Ich fürchte, ſage
* enn Berger iſt ein ſehr eliher Mann. Die Lichter ſeines glänzenden Humors ſpielen m gewitterſchweren Hintergrunde. Er ſteht allein in der Wel„hunnt von Allen, gefürchtet von den Meiſten, geliebt von%. Warum dem ſo iſt, darüber könnte ich 5 ſelbſt Ihn— ehuüber nicht auslaſſen, denn jede Freund⸗ ſchaſt iſt ein Tene z dem einem Dritten der Zutritt verſagt blei⸗ ben muß. haupere, ſo oft ich das Dunkel heraufbeſchwöre, das ihwſ erechen muß, wenn einſt das Alter die ſtrahlende Fackel ſein⸗“ ius, der jetzt einzig und allein die ſchauerliche Oede ſeiner Sl. hellt, düſtrer und düſtrer brennen macht. Vielleicht— u ſl6— mag das auch ein Glück für ihn ſein. Vielleicht
das Wort, das er jetzt oft halb im grimmen Spotte und woll wehmüthigen Glaubens im Munde führt, das alte Wort: Helig ſind die Einfältigen,“ an ihm zur Wahrheit werden.
Der vertraute Umgang mit dem gelehrten Manne hatte mich in den Augen aller Andern in einen Nimbus gehüllt, in welchem ich, wie die homeriſchen Helden die Gefahren der Schlacht, die Schreck⸗ niſſe des Examens ungefährdet durchwandeln konnte. Am Morgen des entſcheidenden Tages ſagte Berger zu mir:„Wiſſen Sie, lieber Oswald, daß ich große Luſt habe, Sie durchfallen zu laſſen!“
„Warum?“
„Weil ich Sie zu verlieren fürchte: doppelt zu verlieren. Du lieber Himmel, welche Wandlungen können nicht mit einem Menſchen vorgehen, dem man den Großvoterſtuhl eines Amtes giebt, und die Schlafmütze einer Würde aufſetzt! Vielleicht kommen auch Sie noch dahin, den Horaz für einen großen Dichter zu halten, und den Cicero für einen eminenten Philoſophen; vielleicht werden Sie gar in dieſer engbrüſtigen Zeit aus lieber langer Weile ein gelehrter Profeſſor, wie ich.“
Das Examen war vorüber; ich hatte, wie Berger ſagte, die Erlaubniß erhalten, das Stroh dreſchen zu dürfen. Da
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