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Taschenbuch der allgemeinen Weltgeschichte / von Philipp Späth, königl. württembergischen Ober-Finanzrath
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72 Geſchichte.

rein geiſtige hohere Eindruck nachmals ſich verdunkelt,

und, indem der Gebrauch materieller Anlagen dem Men⸗

ſchen zu Uebung ſeiner Geiſteskraͤfte uͤberlaſſen blieb,

ihn genoͤthigt haben zu mannigfaltigen ünſten.

In den Gebirgen Kaſchmiriens, in Baſchkirien, im Tibet, im Norden von Sina waͤchst das Korn viele Jahre lang ohne Saat noch Bauz in den Bergländern ſinter dem Kaſpiſchen Meere, fand Theophraſtus die Gerſte wild wachſen. 3

Da, auf einer von Kaſchmiriens gluͤcklichen Auen,

oder auf einer geſunden Höhe Tibets war es gewiß, wo

Gott dem erſten Menſchen von Erde den Funken des götlichen Geiſtes einblies, aber wer vermag zu zaͤhlen, wie oft ſeitdem die Sonne aufgegangen? Denn die Zeit⸗

Fechnung aller Nationen ſteigt ungefaͤhr gleich weit hin⸗

auf, und die großen Zahlen der Sineſer, Indier und Vegyptier ſind nicht hiſtoriſch, ſondern aſtronomiſch zu deuten, ſo etwa, wie die Natur⸗Perioden von Buffon, wovon er eine von 60000 Jahren anzunehmen fuͤr gut fin⸗ det, die erforderlich geweſen ſei, bis die Erde ſo gewor⸗ den, wie wir ſie ſehen.

Der Verfaſſer des aͤlteſten Sineſiſchen Geſchicht⸗ buches Tſchu⸗king, welches bis in die Zeiten unſers tro⸗ janiſchen Kriegs hinauf ſteigt, iſt junger, als unſere Griechen: Homer(1000.) und Heſiodus(900 b. Chr.)

Von dem uns bibliſch bekannten Urſprung der Men⸗ ſchen bis zum Jahr 1320. nach Chr. Geb. kann man, nach der Ausrechnung der ſechsten oͤkumeniſchen Kirchen⸗ Verſammlung 7323 Jahre zaͤhlen, naͤmlich:

vor Chr. 3246. 2262 J. bis zur Ueberſchwemmung; von da 2012. 1134. bis auf Abraham. 2037. 75. bis er nach Canaan aieng. 1836. 201. bis Jakob nach Aegypten zog. 1506. 330. bis auf Moſes. 1014. 492, bis auf Salomo's Tempelbau⸗