4 Einleitung,
„ Eine gemeinſchaftliche bürgerliche Zeitrechnung hatten die Griechen nicht; in jeder Republik bezeichnete man das Jahr, wo etwas geſchehen war, blos mit dem Namen
deſſen, der zu dieſer Zeit die höchſte Magiſtratsſtelle be⸗
kleidete. In Athen war es der erſte unter den 10. Ar⸗ chonten; zu Lacedamon waren es nicht die Namen der Kö⸗ nige, ſondern es war der Name des erſten dem Range nach unter den funf jaͤhrlich gewählten Ephoren.
Es iſt wohl zu glauben, daß dieſer Mangel einer gemeinſchaftlichen burgerlichen Zeitrechnung es den alten Geſchichtſchreibern ſehr ſchwer gemacht hat, die Zeiten der Begebenheiten auf eine, allen Griechen verſtaͤndliche Art anzugeben.
Timaͤus aus Sicilien nach den Zeiten Alexanders, (um 300 v. Chr.) ſoll zuerſt bemerkt haben, daß die Olymviſchen Spiele hiezu dienen könnten; er ſoll zuerſt in ſeinen Schriften, deren keine ſich erhalten, die Zeiten nach Olympiaden beſtimmt haben, worin ihm alle fokaende Geſchichtſchreiber nachgeahmt haben, obgleich die Olym⸗ piaden zu einer offentlichen buͤrgerlichen Zeitrechnung nie angenommen wurden.
Man zählte aber die Olympiaden nicht von der er⸗ ſten Stiſtung dieſer Spiele an; der Urſprung dieſer ural⸗ ten Spicle fiel in die dunkeln Zeiten, wovon man nur un⸗ zuverläßige Sagen hatte. Erß ſpaͤter ſieng man an, den Kaͤmpfern zu Ehren, welche den Preis erhalten, Sta⸗ tüen und andere Denkmäler zu errichten. Coröbus ſoll der erſte Kaͤmpfer geweſen ſeyn, dem eine Statuͤe errichtet worden. Die vier erſten Jahre(allemal nach Ablauf von 4 Jahren wurden die olympiſchen Spiele gehalten) ſeit der
Krönung des Coroͤhus waren die erſte Olympiade Bas Jahr,
wo Corobus den Preis erhielt, mithin das erſte Jahr der erſten Olympiade, ſiel in das Jahr 776. vor Chr. G.
Die Roͤmer hatten keine ändere bürgerliche Zeitrech⸗ nung als die Folge der beiden, jedes Jahr regicrenden Conſuln(Conſular⸗Aera.) Sie faͤngt an mit dem Jahr 245. nach. Erbauung der St. Rom= 503. v. Chr. G. Dieſe


