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großes blaues Auge gluhte mit einer vezaubernden Milde, ſein blondes Haar umfloß weiche, ſanfte Zuͤge, ein ruhiger erhabener Geiſt leuchtete von der Stirn herab, und obgleich ſeine ganze Haltung keine Schwaͤche verrieth, ſo konnte man ihm doch in Zeiten, wo maͤnnliche Kraft fur die hoͤchſte Schönheit und größte Zierde des Mannes galt, etwas Weichliches in ſeinem Aeußeren vorwerfen.
„Das iſt alſo mein Bruder,“ ſagte ſich Otho,„ihm alſo hat mein Vater das furchtbare Erbtheil zugedacht, das er nicht verthei⸗ digen konnte. Es verlohnt ſich wahrhaftig nicht der Mühe, ihn der drohenden Gefahr entgegenzuſchicken.“ Dieſe Gedanken ver⸗ ſchwanden aber bei dem kalten veraͤchtlichen Blicke, den der junge Mann ihm zuwarf, als er fragte:
„Warum haſt Du mich holen laſſen, Herr von Terride, und wie lautet der Befehl des kuͤnftigen Herrn dieſes Schloſſes?“
„Ich habe keine Befehle Dir zu geben,“ entgegnete Otho kalt,„ſondern Dir nur die meines Vaters zu uͤberbringen.“
Credo war aufmerkſam geworden, und Michael wiederholte mit verächtlichem Laͤcheln:„Die Befehle Deines Vaters, Herr von Terride, und was verpflichtet mich ihnen?“
„Ich weiß es nicht,“ ſagte Otho,„für mich aber iſt Gehor⸗ ſam Pflicht, und ich habe es Dir geſagt⸗ mein Vater will, daß Du augenblicklich zu ihm kommſt.“
„Weshalb?“
„Ich habe ihn nicht darnach gefragt, mein Herr! ich für meine Perſon gehorche meinem Vater; das iſt, ich begreife es wohl, freilich Dir fremd.“
Nichael wurde noch bläſſer und warf Otho einen furchtbaren Blick zu.
„Auf Wiederſehen, Herr Otho von Terride!“
„Wo Sie wollen, Meiſter Michael ohne Namen!“
„Wohlan, auf der Straße nach Caſtelnaudary, ich werde Euch bald einholen.“
„Ihr ſeid noch nicht frei, Meiſter, es muͤßten denn dieſe Tapferen Euch frei laſſen, denn ſie ſind ja einmal hier die Herrenz


