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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Lächeln umſpielte ſeine Lippen; dann ſah' er auf das Kind, das erwacht war und von einer Frau auf den Knieen gehalten wurde, und ging ruhig fort.

Kaum war die kleine Pforte eine Stunde offen, als mehr denn zehn Ritter, ein jeder von einer Anzahl Leuten zu Fuß ge⸗ folgt, in das Schloß einzogen. Guy's Reiſige waren in eine Halle der zweiten Ringmauer geſperrt, überall Wachen gegen einen möglichen Ueberfall aufgeſtellt worden, und die Ritter begaben ſich in den Saal, wo ſich eben die vorbeſchriebene Scene ereignet hatte. Sie hatten den dem Burgherrn gebührenden Platz, die Grafinnen, die Dienerſchaft, Knappen, Stallmeiſter und Uebrigen den Platz hinter der Scheidewand. Das Feuer loderte wieder, die Kerzen und Leuchter waren wieder angezündet, Jeder hatte ſeinen Platz, da erhob ſich ein Ritter und ſprach:Jedem von uns haſt Du ein mit dem Wappen des Grafen von Toulouſe beſiegeltes Pergament gezeigt und uns gebeten, Deinen Worten Glauben zu ſchenken. Du haſt uns entboten, heute Nacht hier zu erſcheinen, und wir ſind gekommen; denn wenn wir auch dem Gebote eines Lehnsherrn, der unſer Languedoc den Barbaren uberliefert hat, den Gehorſam verſagen wollten, ſo wollten wir doch nicht den Bitten, die ein Vater im Namen ſeines Sohnes an uns richtet, entgegenſtehen. Ihr ſollt erfahren, Barone, wer der Sohn und was aus dem Vater geworden iſt, und dann ſollt Ihr Euch entſcheiden, was Ihr thun wollt. Hört alſo auf den Bericht eines Mannes, der aus ſeinem Vaterlande verbannt, nur auf die Kunde von deſſen Ungluͤck von dem Wunſche fuͤr deſſen Rettung beſeelt wurde, wenn auch das Land minder gaſtfreundlich fuͤr ihn, als fuͤr Euch war, wenn auch der Lehnsherr ſein Recht aufgegeben und in ſei⸗ ne Enterbung gewilligt hatte.

Liefes Stilſſchweigen herrſchte, und Otho von Terride hob fol⸗ gendermaßen an.