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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Nicht zum Poſſen, aber Vater und Bruͤder haben mir es verboten.

Du biſt ja heute ein recht folgſames Kind, Guilellmeta; ſag' einmal, gehſt Du denn auch nur aus Gehorſam gegen Deinen Vater und Deine Bruͤder unter den Weiden mit dem Mohren Ben Uled ſpazieren?

Das lügt Ihr, entgegnete Guilellmeta,ich bin eine gute Chriſtin und nicht die Geliebte eines Mannes von des Satans Farbe, der wohl auch mit zu ſeinen Spießgeſellen gehoͤrt.

Nu, nu, rief Guy von Levis,vielleicht iſt er mehr Teufel noch als ſchwarz; denn mir iſt es, als wenn ihm einſt nach einem Kampfe mit einem meiner guten Bourguignons der Schweiß, der von ſeiner Stirn troff, auch etwas Schwaͤrze mit weggenommen haͤtte, und ich auch ein Bischen von ſeinem Roggenbrodteint an Deinen roſi⸗ gen Lippen bemerkt haͤtte.

Ihr ſeid doch immer derſelbe, Herr Guy, Eure Liebe für unſer gnädiges Fraͤulein hat Euch ſo verblendet, daß Ihr alle Welt für eben ſo verliebt haltet.

Und das, entgegnete Guy,ungeachtet der Farbe, unter welcher ſich der verbirgt, deſſen wahren Namen ich Dir ſchon ſagen will, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß ihn der Wind bis auf das Schloß fuhre, wenn Du nicht gleich mich und mein Gefolge uberfaͤhrſt.

Euch allein, erwiederte Guilelmeta,und höchſtens noch einen Pagen und Stallmeiſter.

Mach' nur, mein Gefolge macht kein junges Maͤdchen zu furch⸗ ten, und vielleicht findeſt Du etwas unter meinen Sachen, das Dich freundlicher ſtimmt.

Guy von Levis, bekannt unter dem Namen des Marſchalls de la Foix, war eben ſo ſehr wegen ſeiner Freigebigkeit, als wegen ſeiner Tapferkeit beruͤhmt, und moͤge nun die erſtere, oder die Furcht vor dem Verrath ihres Geheimniſſes, von dem der tapfere Kreuzbruder Simons von Montfort geſprochen hatte, der Beweg⸗ grund geweſen ſein, kurz, Guilellmeta kam aus dem Thurme heraus, machte die Faͤhre los und war bald an dem jenſeitigen Uferz