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Emng hundert Schritte vom Flecken Mirepoix erhebt ſich am jenſeitigen Ufer des Llers, der das ſchöne reiche Thal von Mi⸗ repoix bis Pamiers faſt in ſeiner ganzen Laͤnge durchſtroͤmt, ein Hügel, der nicht nur den kleinen Fluß, ſondern auch die dem⸗ ſelben parallellaufende Straße nach Caſtelnaudary beherrſcht. Auf dem zweiten Drittheile der Hoͤhe dieſes Huͤgels erhob ſich ein Schloß, deſſen Ruinen noch jetzt ſichtbar ſind. An die Bergwand gelehnt zog es ſich bis zum Gipfel hinauf und kroͤnte dieſen mit vier weit⸗ hin ſichtbaren Thuͤrmen. Die Bauart dieſer achtunggebietenden Veſten, wo ſich die Vaſallen der damaligen Zeit einſchloſſen, bot mit ihren weiten Raͤumen des Bizarren zu viel, als daß wir nicht unſeren Leſern ein Bild davon entwerfen müßten.
Die aͤußerſten Mauern gingen anfangs parallel mit dem Huͤ⸗ gel auf einer dreihundert Fuß hohen Fagade und ſtiegen bis zu einer ungeheueren Höhe, zogen ſich dann mittelſt Seitenmauern wieder nach dem Huͤgel zuruͤck und behielten zwar immer ein glei⸗ ches Niveau der einzelnen Theile, aber nicht uͤberall gleiche Hoͤhe, je nachdem der Boden, auf dem ſie errichtet waren, anſtieg oder abfiel, ſo daß ſie unmittelbar vor der kleinen Plateforme, auf wel⸗ cher die vorgedachten vier Thuͤrme ſtanden, nicht höher als unge⸗ faͤhr zwanzig Fuß waren. Auf dieſe Art mußte natuͤrlich ein großes Stück abgedachter Ebene mit in dem Bereiche der Mauern liegen. Trat man zur Seite der Fagade in das Burgbereich, alſo da, wo der Hügel ſich am meiſten ſenkte, und die Mauer demnach am höchſten
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